«Wunnquartier Stade» – Werden Teile des Stadions erhalten bleiben?
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«Wunnquartier Stade»Werden Teile des Stadions erhalten bleiben?

LUXEMBURG – 100 Jahre nach seiner Einweihung soll das Josy-Barthel-Stadion durch ein neues Wohngebiet ersetzt werden. Die Architekturdirektorin der Stadt hat den Prozess erklärt.

Das Gebiet an der Route d'Arlon am Stadion wird sich in den nächsten zehn Jahren stark verändern.

Das Gebiet an der Route d'Arlon am Stadion wird sich in den nächsten zehn Jahren stark verändern.

Was wird in zehn Jahren vom Josy-Barthel-Stadion und dem umliegenden Gelände an der Route d'Arlon in Luxemburg-Stadt übrig sein? So richtig weiß das im Moment niemand, aber die Stadt Luxemburg hat dennoch fünf Projekte vorgestellt, die für die nächsten Jahre richtungsweisend sein sollen.

Sonja Gengler, was waren die Kriterien für die Auswahl der fünf Projekte, die am Dienstagnachmittag vorgestellt wurden?

Die Stadt hat nach Gebieten mit Wohnraum gefragt, denn jeder weiß, dass wir Wohnraum brauchen. Es wird kleine Studios, kleine Häuser und Wohnungen geben. Wir werden eine breite Palette von Gebäudetypen haben. Wir mussten auch ein Konzept vorlegen, das mit Mobilität zu tun hat, denn die Idee ist, einen neuen Stadtteil ohne zu viele Autos oder sogar ganz ohne Autos vorzuschlagen. Wir mussten also eine Lösung finden, um die Autos am Rande des Viertels unterzubringen, ohne dass sie durch das ganze Gebiet fahren müssen. Außerdem brauchen wir eine gewisse Dichte, weil wir in der Stadt sind und kein Land verschwenden wollen, wenn es ideal gelegen ist. Wir wollen so vielen Menschen wie möglich eine Unterkunft bieten.

Wer sich an das alte Josy-Barthel-Stadion seit seiner Einweihung 1931 und dem Umbau 1990 gewöhnt hat, sollte sich nicht (zu eilig) Sorgen machen: Die gute alte Bahn, ihre Tribünen und ihr manchmal verfluchter Rasen werden nicht von heute auf morgen verschwinden. «Leider ist die Stadtplanung ein langsamer Prozess», sagt Sonja Gengler. «Man braucht lange Studien, man braucht Konzepte und es gibt viele Dinge zu prüfen, wie die Auswirkungen, das Wassermanagement, die Netzwerke... Das sind Dinge, die Zeit brauchen. Und dann sind da noch die ganzen Verfahren, die damit einhergehen, mit der gesetzlich vorgesehenen Möglichkeit von Beschwerden. Es sind also viele Schritte zu erledigen, bevor der Bau stattfinden kann.»

Doch was bleibt für die Nostalgiker vom Josy-Barthel-Stadion, das fast 90 Jahre lang Schauplatz zahlreicher internationaler Fußballspiele war? «Von den fünf ausgewählten Projekten ist bei zweien vorgesehen, Teile des Stadions zu erhalten», erklärt Gengler, «wir werden im endgültigen Projekt sehen, ob es noch Überbleibsel des jetzigen Stadions gibt oder nicht.» «Bei allen Projekten hat die Jury Dinge vorgeschlagen, die überarbeitet werden sollten», resümiert sie. «Einige Dinge müssen also noch genauer betrachtet und verbessert werden. Wir werden sehen, wie die Teams sie beherzigen und was sie daraus machen. Die endgültige Entscheidung der Jury ist im Moment schwer vorhersehbar und wir stehen erst am Anfang eines langen Prozesses.»

(fl/L'essentiel)

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