Boracay/Philippinen – Weshalb wird die Ferieninsel geschlossen?
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Boracay/PhilippinenWeshalb wird die Ferieninsel geschlossen?

Für ein halbes Jahr wird das Touristenziel dichtgemacht. Offiziell für den Umweltschutz. Doch Duterte hegt womöglich auch andere Absichten.

Ende April wird Boracay dichtgemacht: Die Insel, die der philippinische Präsident Rodrigo Duterte als «Kloake» bezeichnet hat, soll sechs Monate lang gereinigt werden. Während dieser Zeit soll sich auch die Natur von den Touristenhorden erholen können. Hotels und Attraktionen bleiben geschlossen, was die lokalen Anbieter massiv schädigt. Nur Einheimische erhalten Zutritt zur beliebten Ferieninsel.

Das Ministerium für Umwelt und natürliche Ressourcen erarbeitet derzeit zusammen mit den lokalen Behörden einen genauen Plan. Zu den Hauptzielen gehört die Einrichtung eines Abflusssystems. Darüber hinaus sollen illegale Konstruktionen vom Strand entfernt und überprüft werden, ob bestehende Gebäude den Umweltschutz- und Bauverordnungen entsprechen.

Geht es um die Chinesen?

Klingt sinnvoll? Ist es in der Theorie wohl auch. Örtliche Unternehmer wittern hinter der groß angelegten Säuberungsaktion jedoch andere Absichten. Denn kurz vor Bekanntgabe der Touristensperre bestätigte die philippinische Regierung den Bau einer 23 Hektar großen Casino-Anlage auf Boracay, was der Natur auf der Ferieninsel kaum zuträglich wäre. Bauherrin ist die chinesische Firma Galaxy Entertainment Group (GEG). Das wahre Motiv hinter der «Schein-Aktion» sei es, ausländischen Investoren – und zwar besonders jenen aus China – den Weg zu ebnen, werden die Gegner von CNN Philippines zitiert.

Andrea Domingo von der philippinischen Vergnügungs- und Glücksspielgesellschaft entgegnet, die Pläne für das Casino seien bereits letztes Jahr gutgeheißen worden. Sie seien Präsident Duterte bereits im Dezember unterbreitet worden, also lange bevor dieser die schließung Boracays androhte. Außerdem müsse für das Projekt noch immer eine Vielzahl von Bewilligungen eingeholt werden.

(L'essentiel/sei)

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