Ex-Profi packt aus – Wettskandal erschüttert Premier League
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Ex-Profi packt ausWettskandal erschüttert Premier League

Schockierende Nachricht für die englische Premier League: Claus Lundekvam, ehemaliger Captain des FC Southampton, hat zugegeben, jahrelang Spiele manipuliert zu haben.

Der Wettskandal rund um den Profifußball ist um einen Fall reicher: Der ehemalige Premier-League-Profi Claus Lundekvam hat mit pikanten Äußerungen über seine Zeit beim FC Southampton Aufsehen erregt. In seiner Heimat Norwegen gibt der heute 39-Jährige zu, im Vorfeld von Spielen jahrelang Wetten abgeschlossen zu haben.

Gewettet wurde mit den gegnerischen Kapitänen. «Jeder setzte einige hundert Pfund, manchmal auch jeder tausend», wird der Norweger in der «Sun» zitiert. Dabei ging es zum Beispiel um Wetten auf den ersten Einwurf, die erste Ecke, den Anstoß, gelbe Karten oder Penaltys. Das Geld haben die Kicker nicht selber gesetzt, sondern jemandem vom Betreuerstab gegeben.

Fast jede Woche habe er das durchgezogen und damit gutes Geld verdient. «Ich war zahlreiche Jahre involviert, das ist nichts, worauf ich stolz bin», so Lundekvam, der für Southampton zwischen 1997 und 2008 mehr als 350-mal im Einsatz stand. Er habe es nur zum Spaß gemacht und auf den Ausgang der Partie sei nie gewettet worden, «schließlich sind wir alle Profis», erklärte der Norweger. Selbst wenn auf das Resultat nicht gewettet wurde, sind Lundekvams Wettabschlüsse dennoch illegal.

«Es ist Teil unseres Lifestyles

Seine Begründung, weshalb er es tat, lässt den Profi-Fussball in einem schiefen Licht erscheinen. «Es ist Teil unseres Lifestyles, wir Fußballer leben in einer Blase.» Das Wetten sei allgegenwärtig im Leben eines Profis. Und es sei einfach. «Ich denke nicht, dass es sportlich oder moralisch korrekt war, was wir getan haben. Aber wir hatten die Chance, es zu tun, und es war so einfach für uns zu manipulieren.»

In seinen Enthüllungen über seine aktive Zeit betonte der Norweger, dass Wetten in der Premier League weit verbreitet gewesen seien. «Wir waren weit davon entfernt, die Einzigen zu sein. Ich weiß, dass es in anderen Clubs genauso gelaufen ist. Es war Ende der Neunzigerjahre akzeptiert.»

Noch ist unklar, wie der englische Verband auf die Aussagen des ehemaligen Southhampton-Profis reagieren wird. Die FA ließ schon mal so viel verlauten: Alle Beteiligten würden «immer wieder daran erinnert, dass sie nicht auf Wettbewerbe wetten dürfen, in denen sie involviert sind». Lundekvams Geständnis dürfte die Ermittler des englischen Verbandes auf den Plan gerufen haben.

(L'essentiel Online/als)

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