Neue Kampagne – WHO warnt vor Eskalation häuslicher Gewalt

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Neue KampagneWHO warnt vor Eskalation häuslicher Gewalt

LUXEMBURG - Im Jahr 2013 hat es in Luxemburg 844 registrierte Fälle von häuslicher Gewalt gegeben. Die WHO warnt nun weltweit vor einer Entgleisung von Übergriffen.

844 mal mussten Beamte in Luxemburg im letzten Jahr in Wohnungen eingreifen.

844 mal mussten Beamte in Luxemburg im letzten Jahr in Wohnungen eingreifen.

DPA

Regierungen weltweit müssen Gewalt gegen Frauen und Mädchen aus Sicht führender Wissenschaftler entschiedener bekämpfen. Zwar habe die Aufmerksamkeit für das Thema zugenommen, argumentieren die Experten in einer Artikelserie des medizinischen Fachmagazins Lancet. Geldgeber und Entscheider müssten den Worten aber Taten folgen lassen, um schwere psychische und körperliche Folgen für die Opfer zu verhindern, fordern sie anlässlich einer 16-tägigen Kampagne gegen geschlechterbezogene Gewalt, die am Dienstag beginnt.

Vergewaltigung, Genitalverstümmelung, Zwangsehe, Menschenhandel oder Missbrauch durch den eigenen Partner stehen auf der langen Liste der Gewalttaten, denen Frauen und Mädchen ausgesetzt sind. So hat einer der Studien zufolge schätzungsweise jede dritte Frau körperliche oder sexuelle Gewalt von ihrem Partner erfahren.

Tendenz steigt in Luxemburg

Bis zu 140 Millionen Mädchen und Frauen haben demnach eine Genitalverstümmelung erlitten. Von der Beschneidung der weiblichen Geschlechtsteile seien pro Jahr drei Millionen Mädchen alleine in Afrika bedroht. Rund 70 Millionen Mädchen wurden verheiratet, bevor sie 18 Jahre alt waren, viele gegen ihren Willen.

Auch in Luxemburg ist das Problem allgegenwärtig. 2013 hat die Polizei 844 Fälle häuslicher Gewalt aufgenommen - 43 mehr als im Vorjahr. 64 Prozent der Opfer sind Frauen. Das zuständige Ministerium geht jedoch davon aus, dass die Dunkelziffer bei häuslichen Übergriffen viel höher liegt.

Geschlechtergerechtigkeit sei der Schlüssel, um das Leben von Frauen und Mädchen zu verbessern und Gewalt vorzubeugen, sagte Charlotte Watts, Direktorin des Zentrums für geschlechterbezogene Gewalt und Gesundheit an der Londoner School of Hygiene & Tropical Medicine, die die «Lancet»-Serie leitend betreut hat. «Es gibt kein Zaubermittel gegen Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Aber es ist belegt, dass Änderungen der Einstellung und des Verhaltens möglich sind, und dass wir das in weniger als einer Generation erreichen können.»

(L'essentiel/dpa)

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