Rekordzahl an Laboren: Wie der Ukraine-Krieg zu einer Crystal-Meth-Schwemme führen könnte

Publiziert

Rekordzahl an LaborenWie der Ukraine-Krieg zu einer Crystal-Meth-Schwemme führen könnte

Wo rechtsfreie Räume herrschen, ist das Verbrechen selten fern. Nun warnt die UN in einem Bericht, dass Konflikte wie der Ukraine-Krieg zu einem starken Anstieg der Anzahl Labore für synthetische Drogen führen könnte.

1 / 5
Die Zahl von Methamphetamin-Labore nimmt laut der UN zu.

Die Zahl von Methamphetamin-Labore nimmt laut der UN zu.

REUTERS
Auch die Zahl der Beschlagnahmungen – hier rund 200 Kilo der Droge in Thailand – ist hoch.

Auch die Zahl der Beschlagnahmungen – hier rund 200 Kilo der Droge in Thailand – ist hoch.

AFP
Gerade in der Ukraine hat die Zahl der Labore schon vor dem Krieg stark zugenommen (Symbolbild).

Gerade in der Ukraine hat die Zahl der Labore schon vor dem Krieg stark zugenommen (Symbolbild).

Imago

Der Ukraine-Krieg könnte nach Angaben der Vereinten Nationen zu einem Anstieg der Produktion von Drogen führen. Konfliktregionen würden wie ein Magnet für die Herstellung synthetischer Drogen wirken, schreibt das UN-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) in Wien in seinem am Montag veröffentlichten Jahresbericht. «Dieser Effekt kann größer sein, wenn sich die Konfliktregion in der Nähe großer Verbrauchermärkte befindet.»

In der Ukraine etwa war die Zahl der von den Behörden aufgelösten Drogenlabore zur Herstellung von Amphetaminen laut UNODC von 17 im Jahr 2019 auf 79 im Jahr 2020 stark angestiegen. Das war die höchste Zahl an aufgelösten Amphetamin-Laboren weltweit.

Mit Fortdauern des Krieges könnte die Zahl der Drogenlabore weiter zunehmen. «Es gibt keine Polizei, die patrouilliert und Labore stoppt», sagte UNODC-Expertin Angela Me der Nachrichtenagentur AFP mit Blick auf Konfliktgebiete. Allerdings könnte der Ukraine-Krieg dem Bericht zufolge auch dazu führen, dass Drogenschmuggel-Routen gestört oder verschoben werden.

Afghanistan hat fast Monopol für Opiate

Derweil hängt die Entwicklung des Marktes für auf Opium basierenden Drogen wie Heroin nach Einschätzung der UN-Experten von der Lage im Krisenstaat Afghanistan ab. Dort wurden im vergangenen Jahr 86 Prozent des Opiums weltweit produziert.

Laut dem UNODC-Bericht könnte die humanitäre Krise in Afghanistan zu einem verstärkten Mohn-Anbau führen, auch wenn die herrschenden Taliban den Anbau im April untersagt hatten. «Änderungen in der Opium-Produktion in Afghanistan werden Auswirkungen auf Opiate-Märkte in allen Regionen der Welt haben», heißt es in dem UNODC-Bericht.

Den Angaben zufolge konsumierten im vergangenen Jahr geschätzt 284 Millionen Menschen weltweit Drogen. Damit nahm jeder 18. Mensch im Alter zwischen 15 und 64 Jahren Drogen zu sich. 

(L´essentiel/AFP)

Deine Meinung

0 Kommentare