«Bandersnatch»-Macher erzählt – «Wie ein Zauberwürfel, den ich im Kopf lösen musste»

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«Bandersnatch»-Macher erzählt«Wie ein Zauberwürfel, den ich im Kopf lösen musste»

«Black Mirror»-Macher Charlie Brooker unterschätzte die komplexen Abläufe hinter «Bandersnatch» zunächst komplett. Auch den Schauspielern rauchte der Kopf.

Innerhalb weniger Stunden nach dem Release von «Bandersnatch» entwickelte sich der interaktive Mystery-Thriller der «Black Mirror»-Macher mit seinen clever verzweigten Handlungspfaden zum Internet-Hype.

Die Zuschauer zerbrachen (überspitzt) beinahe an den schweren Entscheidungen, die sie treffen mussten, überschwemmten Social Media mit Memes und der Subreddit zum Netflix-Werk wird mittlerweile dem Stoff eines Bachelor-Studiengangs gerecht – zumindest, was die Menge anbelangt.

Schöpfer unterschätzte das Projekt komplett

Ähnlich reichhaltig und komplex fiel das Skript aus – was «Black Mirror»-Schöpfer, -Drehbuchschreiber und -Produzent Charlie Brooker (47) zunächst komplett unterschätzte. «Das wird ziemlich unkompliziert», teilt der Filmemacher seine ersten Gedanken zum Projekt in einem neuen Making-of-Clip (oben im Video), «irgendwann werde ich wohl aber ein Flussdiagramm zeichnen müssen.»

In einer weiteren Featurette zeigt Netflix, wie komplex die (technischen) Abläufe hinter den Kulissen sind. (Video: Netflix)

Einige Monate später habe sich das Ganze plötzlich zu einem Ballon aufgeblasen: «Es war unglaublich herausfordernd – in allen Belangen. Manche Handlungsstränge zu entwirren, fühlte sich an, als müsste ich im Kopf einen Zauberwürfel lösen.»

Herausforderungen für die Schauspieler – in allen Belangen

Auch die Schauspieler hätten ihre liebe Mühe mit dem Stoff gehabt, so Brooker. «Sie mussten im Kopf behalten, an welcher Stelle sich ihre Figur gerade befindet. Am Tag vorher war diese nämlich vielleicht gleich weit – einfach in einer alternativen Timeline.»

Achtung, Spoiler: Um sich in der Handlung zurechtzufinden und anderen ebenfalls zu helfen, haben einige User eigene Flussdiagramme mit den zahlreichen Verzweigungen erstellt.

Einer der Hauptdarsteller, Will Poulter (25), hatte nach dem Release von «Bandersnatch» mit ganz anderen Problemen zu kämpfen. Er wurde wegen der eigenwilligen optischen Darstellung seiner Figur Colin Ritman zur Zielscheibe für Cyber-Mobbing. Daraufhin gab er Mitte Woche bekannt, sich eine Social-Media-Auszeit zu nehmen:

Ganz in «Bandersnatch»-Manier schloss er sein Statement wie folgt: «Das ist nicht das Ende. Betrachtet es eher als alternativen Pfad.»

Der Trailer zu «Bandersnatch». Der interaktive Film ist aktuell bei Netflix im Stream erhältlich. (Video: Netflix)

(L'essentiel/shy)

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