Studie: Wie geht es Luxemburgern, die ihre Liebsten zu Hause pflegen?

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StudieWie geht es Luxemburgern, die ihre Liebsten zu Hause pflegen?

LUXEMBURG - Der Verbleib von pflegebedürftigen Menschen zu Hause ist zu einer gesellschaftlichen Herausforderung geworden. 8800 Menschen im Land sind davon betroffen. Mahlzeiten, Pflege, Wäsche – eine tägliche Herausforderung.

von
Nicolas Chauty

Wenn das Alter voranschreitet beziehungsweise erkrankt, stellt sich die Frage, ob ein Verbleib zu Hause, in den eigenen vier Wänden, möglich ist. In Luxemburg leben nach Angaben des Ministeriums für soziale Sicherheit 8800 Pflegegeld-Empfänger zu Hause, das sind zwei Drittel der Leistungs-Empfänger. «Die im Jahr 1999 eingeführte Pflegeversicherung darauf ab, den Verbleib zu Hause zu fördern und zu entwickeln», so das Ministerium.

Dieses Ziel wurde mit der Reform von 2018, die verschiedene Leistungen und Aktivitäten zu Hause stärkte, weiter bekräftigt. Von den 8800 Leistungsempfängern profitieren 72 Prozent von der Unterstützung durch eine Pflegeperson, die überwiegend die Aufgaben des täglichen Lebens übernimmt. Das Ministerium für soziale Sicherheit erläutert: «Zubereitung von Mahlzeiten, Medikamente, Einkaufen, Wäsche waschen...». Aber nicht nur das: «81 Prozent der pflegenden Angehörigen geben an, dass sie der pflegebedürftigen Person auch moralische Unterstützung bieten», so eine Umfrage unter den betroffenen Akteuren, deren Ergebnisse diese Woche bekanntgegeben wurden.

Von anderen Ländern lernen

Laut des Ministeriums ist der Einsatz dieser pflegenden Angehörigen entscheidend, um den Verbleib zu Hause zu gewährleisten. «71 Prozent sind der Meinung, dass die pflegebedürftige Person dank ihrer Hilfe zu Hause bleiben kann, anstatt in ein Heim zu gehen», heißt es in der Umfrage. Bemerkenswert ist auch, dass 79 Prozent der pflegenden Angehörigen «eine starke emotionale Bindung zu der pflegebedürftigen Person haben». Und die Betreuung hört nicht am Tag auf: 16 Prozent müssen «jede Nacht» einspringen, mit dem Risiko, im Gegenzug negative Auswirkungen auf das eigene Privatleben zu erleiden. Im Jahr 2021 erhielt die eingerichtete Helpline 11.000 Anrufe von Versicherten, das sind etwa 30 Anrufe pro Tag.

Die nun veröffentlichte Zufriedenheitsumfrage enthält auch einige Verbesserungsvorschläge. Eine größere Anzahl von pflegenden Angehörigen sollte in den Genuss der bereits bezahlten Ausbildung von sechs Stunden pro Jahr kommen. Gerade die nächtlichen Einsätze sollen ebenfalls besser geregelt werden. Schließlich will sich Luxemburg von anderen Ländern in diesem Bereich inspirieren lassen, insbesondere um das Berufs- und Privatleben der pflegenden Angehörigen besser zu vereinbaren.

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