Corona in Luxemburg – Wie geht es weiter mit den Rekordzahlen?
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Corona in LuxemburgWie geht es weiter mit den Rekordzahlen?

LUXEMBURG – Das Großherzogtum kämpft mitten in der Omikron-Welle mit Rekord-Inzidenzen. Doch ergeben sich aus den milderen Verläufen auch lockerere Maßnahmen?

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt auch in Luxemburg weiter massiv und erreicht fast täglich Rekordwerte.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt auch in Luxemburg weiter massiv und erreicht fast täglich Rekordwerte.

DPA/Sebastian Gollnow

Die Omikron-Welle schwappt über Luxemburg und katapultiert die täglichen Neuinfektionen in Rekordhöhen, wie der letzte Wochenrückblick des Gesundheitsministeriums vom Donnerstag zeigt. Auch die Inzidenzraten sind so hoch wie noch nie zuvor.

In der vergangenen Woche betrug die allgemeine Rate in der Bevölkerung 1848 Fälle pro 100.000 Einwohner, wobei die Unterschiede je nach Altersgruppe oder Impfstatus besonders groß waren. So hatten Kinder im Alter von 0-14 Jahren, von denen nur wenige geimpft sind, eine Inzidenzrate von 4224 Fällen pro 100.000 Einwohner. Noch beunruhigender ist die Zahl der nicht geimpften Personen mit 2807. Sie sind am stärksten gefährdet, eine schwere Form der Krankheit zu entwickeln, wie die Zahlen zeigen: Letzte Woche hatten 14 von 19 Intensivpatienten keinen vollständigen Impfplan, obwohl sie nur ein Viertel der für Impfungen zugelassenen Bevölkerung ausmachen.

Dr. Gérard Schockmel, Facharzt für Infektionskrankheiten am Robert-Schuman-Krankenhaus, warnte: «Omikron stellt für sie immer noch eine Gefahr dar. Für den Rest der Bevölkerung ist dies weniger der Fall. Aus diesem Grund sind die Rekordinzidenzraten der letzten Tage kein Grund für neue Notmaßnahmen. Die Omikron-Infektion ist weniger schwer und führt zu weniger Krankenhauseinweisungen als frühere Varianten, da die Impfung dazu beiträgt, eine Überlastung der Krankenhäuser zu vermeiden.»

« Situation im Krankenhaus kann von einem Tag auf den anderen eskalieren »

Als Premierminister Xavier Bettel (DP) am Mittwoch vor der Abgeordnetenkammer auf die Impfpflicht und die Zukunft der Pandemie angesprochen wurde, äußerte er sich vorsichtig: «Die Situation im Krankenhaus kann von einem Tag auf den anderen eskalieren [...] Wenn die geringe Virulenz von Omikron bestätigt wird, umso besser, aber ich kann nicht vorhersehen, was morgen passieren wird».

Die Wissenschaftler halten es für möglich, dass in den kommenden Monaten wieder eine schwerere Variante der Krankheit auftritt. Was die Omikron-Welle betrifft, so ist es schwierig, mit Sicherheit festzustellen, wann sie ihren Höhepunkt in Luxemburg erreicht haben wird. Die Analyse des Abwassers in der vergangenen Woche zeigte «eine weiterhin sehr hohe Prävalenz von SARS-CoV-2. Der aktuelle Wert ist dem im Oktober 2020 beobachteten Wert sehr ähnlich, der bislang der höchste gemessene Wert im gesamten Analysezeitraum war», stellt das LIST (Luxembourg Institute of Science and Technology) in seinem neuesten Bericht fest.

(th/L'essentiel)

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