Studie – Wie glücklich sind Luxemburgs Kinder?
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StudieWie glücklich sind Luxemburgs Kinder?

LUXEMBURG – Sie werden als lächelnd, spielend und unbekümmert dargestellt. Doch wie glücklich sind Kinder überhaupt? Diese Frage versucht eine Studie über das Wohlbefinden von Kindern im Alter von acht bis zwölf Jahren zu beantworten.

von
Nicolas Chauty

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«Wie fühlst du Dich in Deinem Leben?»: Diese Frage wurde im Rahmen einer erstmaligen Studie über das Wohlbefinden von Kindern in Luxemburg gestellt, deren Bericht am Dienstag veröffentlicht worden ist. Die Studie fülle hierzulande «eine große Lücke» auf sozialer und politischer Ebene zu diesem Thema, wie die drei Autoren Audrey Bousselin (Luxembourg Institute of Socio-Economic Research/LISER), Nicole Hekel (Universität Luxemburg) und Sascha Neumann (Universität Tübingen) angeben. «Wenn wir eine Politik für Kinder gestalten wollen, müssen wir ihnen auch das Wort geben», sagt Bildungsminister Claude Meisch. An der Studie haben von 2018 und 2021 mehr als 7500 Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren teilgenommen.

Laut Studie sind Kinder dieser Altersgruppe «insgesamt mit ihrem Leben» im Großherzogtum sehr zufrieden. Familie, Freunde, Schule, Betreuungseinrichtungen, Lebensraum: Alles, was die «Welt eines Kindes» ausmacht, wird im Alltag auf emotionaler und psychologischer Ebene weitestgehend positiv betrachtet, so das Ergebnis. Fast jedes zehnte Kind gab in seinen Antworten jedoch ein geringeres Wohlbefinden an. «Sie sind weniger zufrieden mit ihrer körperlichen Erscheinung und machen sich Sorgen um das Familieneinkommen», so Bousselin vom LISER-Institut. Außerdem lebten doppelt so viele Kinder in einem Alleinerziehendenhaushalt. «Sie nehmen seltener an außerschulischen Aktivitäten teil», sagt die Autorin.

Die Pandemie hat Spuren hinterlassen

Ihre Spure habe die Corona-Pandemie hinterlassen. Zwar habe sich das Wohlbefinden zwischen 2019 und 2021 allgemein nicht grundlegend, doch hat Corona laut der Studie bei Kindern ein ausgeprägteres Gefühl von Langeweile und mehr Stress verursacht. Sie seien um die Gesundheit ihrer Umgebung besorgt und durch die Aussetzung bestimmter Familienkontakte wie auch ihrer Freizeitaktivitäten gestört gewesen. «Eine tägliche oder fast tägliche Sorge für fast die Hälfte der Zehnjährigen», so Bousselin.

Was lässt sich daraus schließen? Für die Initiatoren ist die Studie «von großem Interesse für die politischen Entscheidungsträger und für die Eltern». Zudem würden demnächst Foren für Eltern eingerichtet, um «deren Fragen zu thematisieren und sie über Hilfsangebote zu informieren», wie das Ministerium für Bildung, Kinder und Jugend am Dienstag ankündigt.

Die Entscheidungsfindung und Beteiligung der Kinder verstärken

Im Herbst soll die Betreuung von Schülern in nicht-formalen Bildungseinrichtungen – unter anderem in Maison Relais – teilweise kostenlos werden. «Es ist für Kinder wichtig, einen Ort zu haben, wo sie sich außerhalb des Familienkreises treffen, Freundschaften schließen und Erfahrungen sammeln», heißt es seitens des Ministeriums. Darüber hinaus soll auch «die Entscheidungsfindung und Beteiligung der Kinder» verstärkt werden – einer der im Bericht genannanten Schwachpunkte.

Es sei wichtig, in allen Lebensbereichen darauf zu achten, dass «Kinder sich persönlich entwickeln und das Gefühl haben, Ziele zu haben und ein sinnvolles Leben zu führen», betont Bousselin. «Es war mir wichtig, besser zu verstehen, was ihr Wohlbefinden beeinflusst. Dieser Bericht hilft uns dabei und liefert Denkanstöße für die Erziehung und Betreuung», so Meisch.

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