Wilder Wind – Wie «Joachim» in Europa wütet

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Wilder WindWie «Joachim» in Europa wütet

Bevor das Sturmtief «Joachim» am Freitag über Luxemburg erreichte, hat es den europäischen Westen unsicher gemacht. Die Bilder.

Das Sturmtief «Joachim» soergt in ganz Europa für trubel: Gegen drei Uhr sei der Kern des Tiefs über Paris gezogen, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach in der Nacht zum Freitag.

An der französischen Küste habe es in der Nacht Orkanböen der Stärke zwölf gegeben. Das Zentrum von «Joachim» wird über die Großregion über Düsseldorf, und nördlich von Berlin ziehen, den stärksten Sturm bekommen dann die Gegenden südlich dieser Zugbahn ab.

Zehntausende Haushalte ohne Strom

Wenn das Tief vorbeigezogen ist, enden zunächst auch die fast frühlingshaften Temperaturen: Dann strömt deutlich kältere Luft nach Mitteleuropa. Das Wochenende bringt Schauer und Schnee - zum Teil bis ins Flachland.

In Frankreich waren am Freitagmorgen 500 000 Haushalte ohne Strom. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete, knickten bei Windgeschwindigkeiten von bis zu 133 Stundenkilometern auch zahlreiche Bäume um. Allein in den Departements Finistére und Morbihan sei die Feuerwehr zu mehr als 300 Einsätzen ausgerückt.

(L'essentiel Online/dpa)

Frachter im Orkan vor bretonischer Küste auf Grund gelaufen

Der unter Malta-Flagge fahrende Frachter «TK Bremen» ist in schwerem Sturm vor der Küste der französischen Bretagne gestrandet. Die Behörden haben Umweltalarm ausgelöst, da Öl ausläuft. «Im Rumpf gibt es ein Loch, der Ölfilm ist mittlerweile einen Kilometer lang und fünf Meter breit», sagte die Bürgermeisterin des Ortes Erdeven, Marie-Francoise Le Jossec, dem Nachrichtensender BFM. Die Tanks des Schiffes sollen ausgepumpt werden, erklärte am Freitag Michel Gayda vom Küstenschutz. Die 19-köpfige Besatzung des 109 Meter langen Schiffes sei per Helikopter in Sicherheit gebracht worden.

Das Schiff war am Donnerstag aus dem Hafen von Lorient ausgelaufen, um nördlich der Insel Groix vor der Weiterfahrt nach Großbritannien auf bessere Wetterbedingungen zu warten. Nach Angaben der zuständigen Präfektur in Brest war der Frachter mit Ausnahme von 220 Tonnen Treibstoff weitgehend leer.

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