Sproocheronn: Wie «Lëtzebuergesch» wieder in werden soll
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SproocheronnWie «Lëtzebuergesch» wieder in werden soll

LUXEMBURG – Im Großherzogtum koexistieren viele Sprachen, Luxemburgisch gerät da häufig ins Hintertreffen. Nun sind die Bürger aufgefordert, ihre Ideen zur Stärkung des Stellenwerts der Landessprache vorzustellen.

Editpress/Julien Garroy

«Luxemburgisch muss in der Schule mehr gesprochen und geschrieben werden», «es muss die erste Kontaktsprache sein», «man muss im Lycée luxemburgische Literatur lehren». Die Ideen sprudelten in der vergangenen Woche in einem Amphitheater in Belval, wo sich die «Sproocheronn», deren nächsten Sitzungen am Dienstag in der Hauptstadt und am Donnerstag in Clerf angesetzt sind, über die Luxemburgisch austauschte.

Die junge Amela, die in Luxemburg als Tochter eines montenegrinischer Elternpaares geboren wurde, erklärt: «Auf die Schule gesehen glaube ich, dass Luxemburgisch eine bedeutende Rolle erhalten sollte». Sie möchte den Stellenwert der Sprache «in der Arbeitswelt und in der interkulturellen Kommunikation, wo heute vor allem Französisch verwendet wird», stärken.

Gabriel ist 2016 aus Puerto Rico eingewandert und beherrscht «Lëtzebuergesch» inzwischen fließend. Seiner Meinung nach werde Luxemburgisch durchaus häufig verwendet, «aber es sollte in der Schule stärker vermittelt werden», sagt er. Zudem solle Luxemburgisch häufiger in den Medien verwendet werden, insbesondere in der Presse und in Filmen.

Luxemburgisch durch aktive Nutzung etablieren

Auch im Berufsleben sei Luxemburgisch zu wenig vertreten. «Das liegt an der Anzahl der Ausländer und Grenzgänger», erklärt Amela. «Zwar spielt Luxemburgisch im Alltag schon eine Rolle, aber das variiert je nach Arbeitsplatz und privatem Umfeld. Es ist nicht mit einsprachigen Ländern zu vergleichen», fasst Gabriel zusammen. Er verwende täglich auch Französisch und Deutsch.

Nach den vier Debatten wird eine Zusammenfassung der Ideen erstellt. «Wir hatten interessante Rückmeldungen aus den vorherigen Debatte», gibt der Kommissar für die luxemburgische Sprache, Marc Bartelemy, an. Als Beispiel nennt er eine Art Familienurlaub, «um denjenigen, die Kinder erziehen, die Sprache beizubringen, nach dem Vorbild des Sprachurlaubs». Aufgefallen sei ihm vor allem, dass, viele Ausländer es bedauerten, «dass die Luxemburger nicht auf Luxemburgisch mit ihnen sprechen, sondern Französisch, Deutsch oder Englisch verwenden. Es bedarf also eines Ansatzes, um sie dazu zu bringen, Luxemburgisch zu sprechen», meint er.

«Sproochronn»: Dienstag ,19 Uhr im Lycée Michel-Rodange in Luxemburg und Donnerstag, 19 Uhr im Lycée Edward-Steichen in Clerf.

Marc Barthelemy, Kommissar für die luxemburgische Sprache, setzt darauf, dass die Workshops neue Ideen hervorbringen. (Archivfoto)

Marc Barthelemy, Kommissar für die luxemburgische Sprache, setzt darauf, dass die Workshops neue Ideen hervorbringen. (Archivfoto)

Editpress/Julien Garroy
(jg/L'essentiel)

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