OKaJu-Empfehlungen – Wie Luxemburgs Schulen sicherer werden könnten

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OKaJu-EmpfehlungenWie Luxemburgs Schulen sicherer werden könnten

LUXEMBURG – Die Kinderschutzorganisation OKaJu hat Maßnahmen vorgestellt, die Kinder an Schulen vor Gewalt und Belästigung schützen sollen.

OKaJu empfiehlt pro Schule einen Kinderschutzbeauftragen.

OKaJu empfiehlt pro Schule einen Kinderschutzbeauftragen.

Julien Garroy

«Die Schüler haben sich nicht ernst genommen gefühlt», sagte Charel Schmit von Ombudsman fir Kanner a Jugendleche (OKaJu) am Dienstagmorgen auf einer Pressekonferenz. Gemeint waren damit die Vorwürfe ehemaliger Schüler des Lycée classique de Diekirch bezüglich eines Lehrers, die sie in einem offenen Brief geäußert hatten. Er hatte wiederholt unangemessene, teils anzügliche Nachrichten an Schülerinnen gesendet. Der Fall wurde als «harcèlement moral», sprich Mobbing, eingestuft, der Lehrer schließlich entlassen. Bis die Schulleitung handelte, dauerte den Verfassern des Briefes damals allerdings zu lang.

Deshalb und wegen weiterer «Beschwerden über verschiedene Formen von Belästigung, die wir im Laufe des Jahres erhalten haben», habe OKaJu beschlossen eine Reihe von Maßnahmen für eine «sichere Schule» zu empfehlen. So solle ein Kinderschutzbeauftragter in jeder Schule ernannt werden. «Aufgabe des Beamten ist, dem Kind zuzuhören, das seine Ängste äußern will. Und dafür zu sorgen, dass im Falle von körperlicher, verbaler, psychischer oder sexueller Gewalt geeignete Maßnahmen ergriffen werden. Es ist wichtig, dass er/sie bei allen Schülern, Eltern und Lehrern bekannt ist. Er oder sie sollte auf partizipativer Basis ernannt und für diese Aufgabe ausgebildet werden», so Charel Schmit.

Reform des Jugendschutzgesetzes

Außerdem fordert OKaJu, dass die Gesetzestexte angepasst werden, um einen Ethikkodex für Fachkräfte, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, einzuführen. Kinder selbst sollten über ihre Rechte informiert werden und in Fällen von Übergriffen Zugang zu einer Mediation haben. «Es wäre kein Ersatz für ein disziplinarisches oder gerichtliches Eingreifen», stellte Schmit klar.

Doch auch ein weiterer Fall erschütterte Luxemburg in diesem Jahr: der Tod eines Schülers, der in Bonneweg mit einem Messer getötet wurde. «Die Schule hat sehr schnell reagiert, obwohl es außerhalb des Schulgeländes passiert ist», urteilte Schmit. «Aber Gewalt zwischen Gleichaltrigen ist real und muss ebenfalls angegangen werden», räumt er ein. Dies könne im Rahmen einer Reform des Jugendschutzgesetzes geschehen, so der Minister. «Wenn ein Kind gegen das Gesetz verstößt, aber noch nicht alt genug ist, um strafrechtlich zur Verantwortung gezogen zu werden, sollte es die Möglichkeit haben, an seinen Taten zu arbeiten. Und natürlich müssen wir auch an die Opfer denken, die ebenfalls minderjährig sind und eine angemessene Unterstützung erhalten müssen.»

(sg/L'essentiel)

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