Die Rentner aus dem Jahr 2050 – Wie viel Rente bekomme ich eigentlich?
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Die Rentner aus dem Jahr 2050Wie viel Rente bekomme ich eigentlich?

LUXEMBURG - Wann gehen Sie in Rente? Und wie viel bekommen Sie? Die Reform, über die das Parlament heute abstimmt, bringt Rentnern von Morgen Einbußen oder eine längere Arbeitszeit.

Mit 65 oder lieber ein bisschen länger arbeiten für mehr Geld im Ruhestand? Diese Frage wird sich stellen müssen, wer in Zukunft in Rente geht.

Als Rentner in Luxemburg lebt es sich heute sehr gut. Ein Rentner hat 85 Prozent seines durchschnittlichen Nettolohns zur Verfügung. Das ist viel im Vergleich zu den Nachbarländern: In Belgien und Deutschland beträgt die Rente nur 42 Prozent des durchschnittlichen Nettolohns, in Frankreich liegt sie bei etwa der Hälfte.

Drei Jahr länger arbeiten für die volle Rente

Doch mit der Rentenreform wird sich das ändern. Diese Neuerungen dürften die Abgeordneten am Mittwochnachmittag im Parlament verabschieden.

Was ändert sich?

Wer künftig in Rente geht, tut dies immer noch nach 40 Jahren Arbeit. Das Rentenalter bleibt bei 65 Jahren. Aber wer diese Regeln befolgt, muss mit Einbußen von bis zu 15 Prozent bei den Bezügen rechnen. Für die vollen Bezüge muss drei Jahre länger, also 43 Jahre, gearbeitet und in die Rentenkasse einbezahlt werden.

Wie viel Geld bleibt Ihnen als Rentner?

Wie hoch Ihre Rente wird, kommt nicht nur darauf an, wie viel Sie durchschnittlich bis dahin verdienen, sondern auch, wann Sie angefangen haben zu arbeiten. Denn die Rentenkürzungen treten schrittweise in Kraft. Wer heute anfängt zu arbeiten und 2052 in Rente geht, bekommt weniger staatliche Rente als wer schon sein halbes Arbeitsleben hinter sich hat und sich etwa 2030 zur Ruhe setzt. Es sei denn, er arbeitet länger.

Wir rechnen mit Hilfe von Simulationen der Angestelltenkammer CSL vor, wie viel Rente Ihnen 2030 oder 2052 bleibt, wenn Sie nicht drei Jahre länger arbeiten wollen:

Der Mindestlohnverdiener: etwa 1800 Euro im Schnitt

Der Gutverdiener: etwa 4500 Euro

Der Besserverdiener: etwa 6000 Euro

Wer für mehr Rente nicht länger arbeiten will, kann sich diese Zeit auch mit einer privaten Zusatzversicherung «erkaufen». Worauf die Rentner von morgen bei der Privatvorsorge achten müssen, lesen Sie hier.

(sb/L'essentiel Online)

Und die Beiträge?

Die Renten-Beiträge werden zunächst nicht erhöht. Eine Steigerung ist in der Zukunft allerdings nicht ausgeschlossen, wenn das Gleichgewicht in der Rentenkasse zu kippen droht.

Was passiert bei Auszeiten?

Wer eine Pause in seiner beruflichen Karriere einlegt, kommt künftig besser weg. Das gilt zum Beispiel für Eltern, die eine Auszeit von der Arbeit nehmen. Diese Zeit wird durch die Reform «günstiger»: Wer aussetzt, kann gegen eine Einzahlung von 100 Euro in die Rentenkasse seine Versicherungskarriere fortsetzen. Bislang ksotete dies 300 Euro. Diese Maßnahme ist auf fünf Jahre beschränkt.

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