Hauptsache artgerecht – Wie viele Katzen Du hast, ist in Luxemburg egal

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Hauptsache artgerechtWie viele Katzen Du hast, ist in Luxemburg egal

LUXEMBURG – Das Tierschutzgesetz in Luxemburg kennt keine zahlenmäßige Grenze für die Haltung von Tieren in der Wohnung. Nur das Tierwohl darf nicht gefährdet sein.

Wer nicht für seine Haustiere sorgen kann, der riskiert den Entzug der Tiere.

Wer nicht für seine Haustiere sorgen kann, der riskiert den Entzug der Tiere.

Wie viele Tiere jemand in seiner Wohnung halten darf ist nicht gesetzlich geregelt. Darauf hatte Veterinärinspektor Eric Gillé hingewiesen, als kürzlich mehr als 180 Tiere in der Wohnung einer Frau aus dem Großherzogtum entdeckt wurden. Was das Gesetz jedoch vorschreibt, sind Haltungsbedingungen, die eingehalten werden müssen. Hält ein Besitzer so viele Tiere, dass er das Wohlbefinden der Tiere nicht mehr gewährleisten kann, dann verstößt er gegen das Gesetz, erklärt Gillé, der für die Veterinärverwaltung im Bereich exotische Tier arbeitet.

Wenn die Behörde eine Gefährdung des Tierwohls entdeckt, kann sie anordnen, dass der Besitzer alle notwendigen Maßnahmen ergreifen muss, um den Zustand zu unterbinden. Als letztes Mittel kann das Amt dem Halter die Tiere wegnehmen. Zudem drohen Geldstrafen. Wer einem Tier keine artgerechte Haltung bietet, riskiert Geldbußen zwischen 25 Euro und bis zu 1000 Euro.

Krabben im Koffer

Katzen und Hunde sind zwar die beliebtesten Haustiere im Großherzogtum, dennoch wollen einige Einwohner auch exotische Tiere halten. Wer ein solches Tier halten wolle, der müsse vorab einen Antrag bei der Veterinärverwaltung stellen, erklärt Gillé weiter. Die Verwaltung genehmige nur Tiere von einer sogenannten Positivliste. Das heißt, sie sind leicht zu halten und stellen aufgrund ihrer Aggressivität oder ihrer Giftigkeit keine Gefahr für Menschen dar. Dazu gehören beispielsweise Papageien, Schlangen oder Spinnen.

Die private Haltung von Wildtieren ist hingegen verboten. Auf die Frage nach den skurrilsten Tieren, die in Luxemburg gefunden wurden, nannte Eric Gillé nicht zugelassene hochgiftige Schlangen, die bei einer Privatperson beschlagnahmt wurden. Und dann waren da noch lebende Krabben. Die Tiere wurden in einem Koffer am Luxemburger Flughafen entdeckt.

(ol/L'essentiel )

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