Luxemburg – Wie werden Tierkadaver in Luxemburg beseitigt?

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LuxemburgWie werden Tierkadaver in Luxemburg beseitigt?

LUXEMBURG – Das Foto eines Autos, das einen Tierkadaver mitten durch den Verkehr transportiert, kursierte kürzlich im Internet. Ungewöhnlich sei das aber nicht.

Dieses Bild wurde im Internet häufig geteilt.

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Ein Leser von L'essentiel hat vor einigen Tagen fotografiert, wie ein Autofahrer auf einer Luxemburger Autobahn auf einem Auflieger ein totes Wildschwein transportiert. Ein recht ungewöhnlicher Anblick, der postwendend dem Veterinäramt gemeldet wurde. Ein Sprecher der Behörde sagte, er könne verstehen, dass die Szene inmitten des Verkehrs durchaus fragwürdig sei, betonte aber, dass es «nicht besonders ungewöhnlich» sei. «Der Transport von Kadavern an sich stellt kein Hygieneproblem dar. Solange das Tier nicht zerlegt ist, hat das keine Auswirkungen auf die Qualität des Fleisches».

Der Autofahrer war also sicherlich ein Jäger, der die wichtigste Regel beim Transport berücksichtigt hat. Diese sei, «das Tier so schnell wie möglich zu einem fleischverarbeitenden Betrieb zu bringen, um es zu kühlen», sagt das Veterinäramt. Der Transport hätte lediglich zu einem Zeitpunkt stattfinden können, zu dem weniger Verkehr auf der Straße war.

Die Jagd, eine Sache für sich

Auf Nachfrage von L'essentiel sagte die Polizei, dass sie keine Einwände gegen einen solchen Transport habe. «Solange das Tier nicht zerlegt und gut befestigt ist, steht das im Einklang mit der Straßenverkehrsordnung», sagte ein Sprecher. Trotzdem stellt der Transport von Kadavern durch Jäger einen Sonderfall dar. Tierkadaver aus Privathaushalten oder aus Viehbeständen müssen umgehend vom Besitzer an die Tierkadaverbeseitigung gemeldet werden, die innerhalb von 48 Stunden vor Ort sein muss.

«Wir reden hier von Schafen, Rindern oder sogar Alpakas», betont die Behörde in Hünsdorf. «Im Gegensatz zur Jagd oder wenn das Tier bei guter Gesundheit getötet wird, können hier Krankheiten auftreten. Deshalb ist der Transport von Tierkadavern durch Privatpersonen verboten. Damit vermeiden wir die potentielle Verbreitung von Krankheitserregern in Luxemburg», sagt ein Sprecher des Veterinärdienstes.

(Nicolas Chauty/L'essentiel)

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