Nigeria – Wieder 91 Menschen verschleppt

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NigeriaWieder 91 Menschen verschleppt

Die nigerianische Terrorgruppe Boko Haram soll erneut zugeschlagen haben: Im Nordosten des Landes sind 60 Frauen und Mädchen sowie 31 Jungen entführt worden.

Fast täglich gibt es im Nordosten Nigerias Attacken der islamistischen Boko Haram. Noch immer bangen Angehörige dort um mehr als 200 Schulmädchen. Nun wird eine weitere Entführung gemeldet.

Die islamistische Terrorgruppe Boko Haram hat im Nordosten Nigerias nach Angaben von Augenzeugen weitere 60 Frauen und Mädchen sowie 31 Jungen verschleppt. Dies berichtete eine gegen Boko Haram gerichtete Bürgerwehr am Dienstag. Die Entführung soll sich bereits am Samstag in Dörfern des Staats Borno zugetragen haben. Sicherheitskräfte bestritten die Berichte.

Diese stehen allerdings unter starkem politischem Druck, seit die Boko-Haram-Extremisten am 15. April mehr als 300 Schulmädchen in ihre Gewalt gebracht haben. Die meisten von ihnen sind immer noch nicht frei. Was sich in Kummabza rund 150 Kilometer von Maiduguri, der Hauptstadt von Borno zugetragen hat, ließ sich nicht sofort unabhängig überprüfen.

Vier Personen getötet

Aji Khalil, ein Sprecher der Bürgerwehr, sagte, bei der Attacke der Boko-Haram-Kämpfer und der Entführung am Samstag seien vier Dörfler getötet worden. In der Region gibt es fast täglich Angriffe der radikalislamischen Extremisten.

Boko Haram terrorisiert den Nordosten Nigerias seit Jahren. Die Gruppe will einen islamischen Gottesstaat errichten. Die nigerianische Regierung wird ihrer nicht Herr, obwohl sie über Teile des Nordostens den Notstand ausgerufen hat.

Immer wieder fallen Kämpfer in Dörfer ein, zuletzt gab es neben Entführungen auch immer wieder Bombenanschläge, die Boko Haram zugeschrieben werden. Vor wenigen Tagen sprengte sich ein Selbstmordattentäter beim Public Viewing eines Spiels der Fußball-WM in die Luft und tötete 14 Menschen. Boko Haram hatte solche Terroranschläge während der WM angekündigt.

Etwa die Hälfte der 170 Millionen Nigerianer sind Christen. Der Nordosten ist jedoch überwiegend muslimisch. Das Land ist Afrikas grösster Ölproduzent.

(L'essentiel/pat/sda)

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