Hochrechnungen in Luxemburg: Wieviel Ersparnis bringen die Maßnahmen der Regierung?

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Hochrechnungen in Luxemburg Wieviel Ersparnis bringen die Maßnahmen der Regierung?

LUXEMBURG – Die Idea Foundation hat die Auswirkungen der steigenden Energiepreise und der Regierungsmaßnahmen auf die Budgets von fünf «typischen Haushalten» untersucht.

von
Marion Chevrier

Von August 2021 bis März 2022 sind die Energiepreise in Luxemburg um fast 41 Prozent gestiegen. Die Idea Foundation, der Think Tank der Luxemburger Handelskammer, hat nun Prognosen erstellt, um die Auswirkungen des Preisanstiegs auf die Haushaltsbudgets besser absehen zu können.

Ein Haushalt (mit zwei gleich hohen Gehältern), der 35.000 Euro Netto pro Jahr einnimmt, wird 2022 etwa 1000 Euro an Energiekosten mehr zahlen. Das entspricht 2,9 Prozent des verfügbaren Einkommens, während es für einen Haushalt mit dem Einkommen von 120.000 Euro Netto pro Jahr, etwa 1,1 Prozent sind (1300 Euro mehr Energiekosten). Diese Verluste können demnach allein durch die Indexierung im April nicht ausgeglichen werden, da vor allem Haushalte mit höheren Gehältern davon profitieren (Abbildung 1).

Auswirkungen der Energiepreise im Jahr 2022 auf die verschiedenen Einkommensklassen, vor den Maßnahmen der Regierung.

Auswirkungen der Energiepreise im Jahr 2022 auf die verschiedenen Einkommensklassen, vor den Maßnahmen der Regierung.

Idea

Nun stellt sich die Frage, ob die von der Tripartite am 31. März beschlossenen Maßnahmen die Situation entspannen und einkommensschwächeren Haushalten helfen können, die Situation zu bewältigen. Auch hier hat die Idea Foundation den Taschenrechner gezückt und Hochrechnungen angestellt.

Die Indexierung ist die wirkungsvollste Maßnahme und wurde auf April 2023 verschoben. Dies macht ein Nettoverlust für alle Haushalte in Höhe von 383 Euro bis 1313 Euro aus. Aber auch andere Maßnahmenpakete hätten laut der Stiftung «die Karten neu gemischt». Beispielsweise erhalten Haushalte mit einem Einkommen von weniger als 85.000 Euro pro Jahr eine Steuergutschrift (ab August 2022), die einer Ersparnis zwischen 760 Euro und 840 Euro gleichkommt. Außerdem haben Geringverdiener zusätzlich Anspruch auf eine Zulage für erhöhte Lebenshaltungskosten (250 Euro), sowie auf eine Energieprämie in selber Höhe.

Die umstrittene Senkung der Spritpreise entlaste die Bürger demnach kaum und habe daher eher einen symbolischen Charakter. Die Prognose der Stiftung fällt zu Gunsten der ärmeren Haushalte aus: «Die Kombination unterschiedlicher Maßnahmen und deren Auswirkungen» könnten dazu führen, dass die drei einkommensschwächsten Haushalte 2022 eine «Überkompensation» von 23 Euro bis 660 Euro erhalten, während wohlhabendere Haushalte Verluste zwischen 174 Euro und 892 Euro hinnehmen müssten. Diese Maßnahmen dienten «eindeutig der Umverteilung» der finanziellen Last zwischen ärmeren und wohlhabenderen Haushalten, lautet das Resümee der Idea-Direktorin Muriel Bouchet.

Auswirkungen der Energiepreise im Jahr 2022 auf die verschiedenen Einkommensklassen, unter Berücksichtigung der Regierungsmaßnahmen.

Auswirkungen der Energiepreise im Jahr 2022 auf die verschiedenen Einkommensklassen, unter Berücksichtigung der Regierungsmaßnahmen.

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Zudem erinnert sie daran, dass Prognosen nicht als Garant für die Zukunft dienten, sondern eher als eine «Momentaufnahme» zu betrachten wären. Die Hochrechnungen basieren auf der Annahme, dass die Energiepreise zwischen März und Dezember 2022 stabil bleiben. «Jede andere Entwicklung würde die Hochrechnungen verfälschen», erklärt Bouchet.

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