Brennpunkt Rue de Strasbourg – «Will die Politik dem Stadtteil helfen?»

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Brennpunkt Rue de Strasbourg«Will die Politik dem Stadtteil helfen?»

LUXEMBURG - Zahlreiche Anwohner kamen am Donnerstagabend ins Kulturzentrum in der Rue de Strasbourg, um die Politik auf die Drogenproblematik aufmerksam zu machen.

Zwischen 250 und 300 Personen haben sich am Donnerstagabend im Kulturzentrum in der Rue de Strasbourg in Luxemburg-Stadt versammelt, um auf die Drogenproblematik im Bahnhofsviertel aufmerksam zu machen. Zusammen mit Xavier Bettel, dem Bürgermeister der Stadt Luxemburg, sowie den Polizei- und Justizvertretern wollen sie den Kampf der Drogenkriminalität im Stadtteil ansagen. Dabei hat die Drogenproblematik das Viertel rund um den Hauptbahnhof fest im Griff: Drogensüchtige stehen vor Bars herum, Abhängige lungern in Hauseingängen.

Anderthalb Stunden lang lieferten Betroffene und Anwohner des Viertels vor den Vertretern der Politik und Justiz ihre Zeugenaussagen. «Finden Sie normal, dass ich meine Post hole, mit einem Holzlöffel ausgerüstet, um nicht gepikst zu werden?», fragte sich eine Anwohnerin. «Die Kinder, die im Viertel wohnen, kennen die Drogenproblematik in der Stadt besser, weil sie sehr früh lernen, eine Spritze zu identifizieren und ihr nicht näher zu kommen. Ist es normal für ein dreijähriges Kind?», so eine andere Bewohnerin. «Da jeder hier einverstanden zu sein schein, Dinge nach vorne zu bringen, frage ich mich, ob es einen politischen Willen gibt dem Viertel zu helfen oder ob das Ziel ist, dass die Situation sich noch weiter verschlimmert?», sagte ein anderer Anwohner.

Die Bürgerinitiative «Collectif Rue de Strasbourg» hatte im August eine Online-Petition gestartet. Mehr als 400 Personen haben bereits unterschrieben – das entspricht einem Drittel der 1'220 gemeldeten Anwohner der Straße und einem Bruchteil der mehr als 9‘000 Bewohner des Bahnhofsviertels. Die Anwohner fordern den Einsatz von Überwachungskameras und verstärkte Polizeipräsenz in der Rue de Strasbourg.

Nachtstreifen und Abfall-Hotline als Lösungen

Um die Situation in Griff zu bekommen, haben die Verantwortlichen am Donnerstagabend eine Reihe an Maßnahmen vorgeschlagen. So wird überlegt, vor dem Kulturzentrum, wo Drogenabhängige lungern, die Steinbänke abzutragen und die Form des Wasserbrunnens zu ändern.
Ein anderer Vorschlag: mehrere Nachtstreifen von privaten Sicherheitsleiten rund um die Rue de Strasbourg organisieren zu lassen. Bezahlt werden sie von der Gemeinde. Auch ein Reinigungsdienst der Hauptstadt wird «zwei- bis drei Mal am Tag« die Straße sauber machen. Bis jetzt wurde nur einmal täglich gereinigt.

Eine Abfall-Hotline wird ebenfalls eingerichtet, damit Anwohner den Verantwortlichen über herumliegende Spritzen signalisieren können.

Obwohl der Raum am Donnerstagabend rappelvoll war und zahlreiche Politik- und Justozvertreter an der Informationsveranstaltung teilnahmen, war kein Minister ins Kulturzentrum gekommen. Xavier Bettel beschloss deswegen, ein Schreiben an Premier Jean-Claude Juncker zu verfassen, um «eine Debatte auf nationaler Ebebe zu starten».

(jmh/L'essentiel Online)

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