Whowbiz bizarr – Willkommen zurück, Nicht-Sugababes!

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Whowbiz bizarrWillkommen zurück, Nicht-Sugababes!

Die Sugababes sind zurück. Nur dürfen sie sich nicht Sugababes nennen. Mutya, Keisha und Siobhan - kurz MKS - kümmert dies wenig: Sie spielten bereits ihr erstes Konzert.

Es gehört zu den absurderen Fußnoten der Popgeschichte: Eine Popband wechselt nach und nach ihre Mitglieder aus, bis am Schluss kein «Gründungsmitglied» mehr übrig ist. Derweil findet die Originalbesetzung wieder zusammen, darf aber den alten Bandnamen nicht mehr benutzen. So geschehen mit den Sugababes, der etwas interessanteren, etwas glaubwürdigeren Girlgroup der Nullerjahre.

In der Regel ist es so, dass der Schutz eines Bandnamens nicht eindeutig geregelt ist. Kommt es zum Streit, entscheidet die Rechtssprechung gewöhnlich in dem Sinne, dass der Name mit den Exponenten verknüpft ist, welche die Band am nachhaltigsten geprägt haben – dem Haupt-Songwriter, der Leadstimme, etwa - den Identifikationsfiguren gewissermaßen. Ergo: Die Rolling Stones wären ohne Mick und Keith undenkbar; den Bassisten auszuwechseln, ist aber durchaus drin.

Businessmodell Band

Im hart umkämpften Teeniepop-Segment wird dies aber oftmals anders geregelt. Dort werden Bands gerne als Unternehmen betrieben. Die Sänger, die von den «Bravo»-Titelseiten ihrem Publikum entgegenlächeln, sind Angestellte ihrer Firma. Je nach Band variieren die Anstellungsbedingungen hinsichtlich Lohn, Erfolgsbeteiligung und Kündigungspflicht, doch Anspruch auf den Bandnamen haben die wenigsten.

So verhält es sich auch mit den Sugababes. Nach und nach verließen die Gründungsmitglieder die Band. Der Bandname blieb bestehen, selbst wenn statt Siobhan Donaghy, Mutya Buena und Keisha Buchanan inzwischen Heidi Range, Amelle Berrabah und Jade Ewen auf der Bühne die alten Hits zum Besten geben. Etwas absurd wurde es trotz allem, als dann die Originalmitglieder – die Sängerinnen, die mit ihren Stimmen und Arrangements den Sugababes ihren unverkennbaren Sound gaben – sich wieder als Band zusammenfanden, sich aber nicht Sugababes nennen durften.

Die handgemachte Girlgroup

Dies erstaunte ein wenig, wurden doch die Sugababes nie als gecasteter Wegwerf-Pop vermarktet. Als «Overload» anno 2000 die Charts stürmte, wurde gerade das Handgemachte der Gruppe betont, etwa das Songwriting der blutjungen Babes. Es wurde zwar nicht bestritten, dass die zuvor als Einzelkünstlerinnen unter Vertrag genommenen Sängerinnen erst von All-Saints-Manager Ron Tom als Band zusammengeführt wurden, doch es war evident, dass man diesen jungen Talenten Platz gab, ihre eigene Kreativität und Einfluss freien Lauf zu lassen.

Doch abgemacht ist abgemacht, weshalb nun die Original-Babes nicht mehr Sugas sein dürfen – etwas, das die Damen Buena, Buchanan und Donaghy herzlich wenig kümmert, glaubt man ihren Aussagen. Stattdessen nennen sie ihr neustes Projekt Mutya, Keisha, Siobhan – kurz MKS. Seit dem Sommer ist der Act spruchreif, demnächst soll das Album - treffenderweise «Back In Business» betitelt - auf den Markt kommen. An Silvester gaben sie auch ihr erstes gemeinsames Konzert in London. Die Kritiker sind begeistert, auch darüber, dass die Girls es sich nicht nehmen ließen, die ersten beiden Sugababe-Hits «Overload» und «Freak Like Me» zum Besten zu geben.

Zu sich selbst gefunden

Damals, am Anfang ihrer Karriere, wurde die 16-jährige Mutya nach der Bedeutung des Bandnamens gefragt. Ihre Antwort: «Wir mussten ja irgendeinen Bandnamen finden. Es ginge ja nicht, dass die Leute uns einfach 'Mutya, Keisha, Siobhan' nennen!» Mehr als eine Dekade später darf man sie berichtigen: Es geht doch. Jedenfalls sind alle viel mehr gespannt auf das neue MKS-Album als auf das neue Sugababes-Album.

Sugababes/MKS: «Overload»:

(L'essentiel Online/Oliver Baroni)

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