Kälteeinbruch – Winterreifen: Werkstätten stehen vor dem Kollaps

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KälteeinbruchWinterreifen: Werkstätten stehen vor dem Kollaps

LUXEMBURG – Noch immer haben nicht alle Autofahrer die Winterreifen montiert. Einige Garagen werden vom Kundenstrom fast überrannt.

Autofahrer, die bei Winterwetter mit Sommerreifen erwischt werden, müsse ein Bußgeld von 74 Euro bezahlen.

Autofahrer, die bei Winterwetter mit Sommerreifen erwischt werden, müsse ein Bußgeld von 74 Euro bezahlen.

DPA

Die aktuelle Kältewelle jagt die Luxemburger Autofahrer in die Werkstätten. «Wir werden derzeit mit 230 bis 250 Terminen pro Tag überrannt», erklärt Carlos De Andrade vom Reifenzentrum in Frisingen. Da der Oktober sich so mild zeigte, haben viele Autofahrer wohl den Wechsel auf Winterreifen verschlafen. Der ist im Großherzogtum seit drei Jahren gesetzlich vorgeschrieben. Nur Leasing-Firmen haben offenbar mit dem Kälteeinbruch gerechnet. 65 Prozent der Fahrzeuge des Unternehmens ALD Automotive wurden bereits die Winterschlappen angezogen.

«Die Privatkunden haben sich verbummelt», sagt Albert Hoffmann vom Autocenter Goedert. «Jetzt muss man sieben Tage auf einen Termin warten.» Das Unternehmen wechselt in seinen acht Niederlassungen bei fast 600 Autos die Reifen – pro Tag. Je nach Reifengröße kosten die neuen Pneus zwischen 300 und 1200 Euro inklusive Montage. Die meisten Kunden nutzen jedoch die Reifen vom Vorjahr. «Das funktioniert, wenn die Reifen noch mehr als vier Millimeter Profil haben», sagt Hoffmann. In diesem Jahr hätten 10.000 Winterreifen in den Lagern des Unternehmens «übersommert».

Übrigens: Ob Termin in der Werkstatt oder nicht – bei winterlichen Witterungsbedingungen müssen die entsprechenden Reifen aufgezogen werden oder das Auto in der Garage bleiben. Erwischt die Polizei einen Wagen mit Sommerreifen, ist ein Bußgeld in Höhe von 74 Euro fällig.

(Thomas Holzer/L'essentiel)

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