Corona-Fussball – «Wir bezahlen den Preis für den ganzen Scheiß»

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Corona-Fussball«Wir bezahlen den Preis für den ganzen Scheiß»

Dresdens Verteidiger Chris Löwe hat emotionale Worte für den gedrängten Bundesliga-Spielplan in Corona-Zeiten gefunden und kämpft mit den Tränen.

Chris Löwe hat heftige Kritik an der Deutschen Fußball-Liga (DFL) geübt. «Glauben Sie, dass einer in der DFL sich nur eine Sekunde Gedanken darüber macht, was bei uns in den Köpfen vorgeht? Das ist denen scheißegal», sagte Dresdens Spieler am Donnerstagabend beim Pay-TV-Sender Sky. «Wir sind die, die den verfickten Preis bezahlen für den ganzen Scheiß.»

Aufgrund mehrerer positiver Corona-Tests konnte Dynamo Dresden erst zwei Wochen später als die meisten Clubs ins Training einsteigen. Nach nur einer Woche Vorbereitungszeit gingen für den Verein aus der zweiten Bundesliga dann die Ernstkämpfe – ebenfalls verspätet – schon wieder los. Ein echtes Mammutprogramm mit 7 Spielen in 19 Tagen begann.

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Bereits am Sonntag steht Dresden wieder im Einsatz, lediglich vor dem letzten Spiel bleibt dem Team dann eine ganze Woche Verschnaufpause. «Die Leute sitzen in ihren 5000 Euro teuren Bürostühlen, entscheiden über unsere Köpfe hinweg, und wir sind die Idioten, die das Ganze ausbaden. Die Frage ist, ob dasselbe mit München oder Dortmund passiert wäre, oder nur mit uns?», fragte Löwe mit zittriger Stimme und Tränen in den Augen.

Der Außenverteidiger sprach seine eindringlichen Worte am Donnerstag nach der 0:2-Niederlage bei Holstein Kiel. Nach fünf Niederlagen in den vergangenen sieben Spielen hat Dresden nur noch theoretische Chancen auf den Klassenerhalt. Mit 28 Punkten und bei noch zwei ausstehenden Partien hat das Tabellenletzte fünf Punkte Rückstand auf den Relegationsrang.

(L'essentiel/dpa/lai)

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