Pressekonferenz – «Wir bitten für drei Wochen um Verzicht»

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Pressekonferenz«Wir bitten für drei Wochen um Verzicht»

LUXEMBURG – Premierminister Bettel und Gesundheitsministerin Lenert haben heute nach langem Zögern strengere Restriktionen im Kampf gegen die Corona-Pandemie angekündigt.

Mit ernster Miene sind Premierminister Xavier Bettel (DP) und Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) heute mit einer Stunde Verspätung vor die luxemburgische Presse getreten, um mit neuen Maßnahmen auf die immer noch deutlich zu hohen Neuinfektionen im Großherzogtum zu reagieren. Die Zahlen seien zwar weiterhin zu hoch, die Situation aber verhältnismäßig stabil. «Jetzt geht es darum, uns Luft zu verschaffen», so Bettel.

Im gleichen Atemzug weist der Premierminister darauf hin, dass auf den Intensivstationen mittlerweile mehr Patienten intubiert werden müssten. Entsprechend länger seien die Intensivbetten belegt. «Von der Situation wollen wir wieder weg, wir brauchen mehr Luft nach oben», kommentiert Gesundheitsministerin Lenert. Die Lage sei angespannt, aber habe sich «auf einem hohen Niveau eingependelt». Auch in den Kläranlagen sei das Virus nach zwischenzeitlichem Rückgang nun wieder stark verbreitet.

Größtes Problem sei aufgrund der anhaltend hohen Zahlen, dass sich der Ursprung der Neuinfektionen nicht mehr nachvollziehen lasse. Deshalb zielen die neuen Maßnahmen, die bereits vergangenen Mittwoch in einer Pressekonferenz vorgestellt wurden, darauf, jegliche soziale Interaktion außerhalb des eigenen Haushalts im Privatleben so gering wie möglich zu halten. So wird der Horesca-Sektor bis einschließlich 15. Dezember für drei Wochen schließen müssen, ebenso Theater, Kinos und Indoor-Sportangebote. In Privathaushalten sind nur noch zwei Besucher aus einem anderen Haushalt erlaubt.

« Ich hätte Lust, meine Maske nie mehr wieder sehen zu müssen »

«Wir müssen heute ein bisschen Freiheit aufgeben, um in drei Wochen wieder mehr Freiheit zu haben», erklärt Xavier Bettel. Bereits am Mittwoch soll über die vor einer Woche angekündigten Maßnahmen abgestimmt werden, so dass die Regeln ab Donnerstag gelten. Auch die Ausgangssperre zwischen 23 Uhr und 6 Uhr bleibt weiter bis zum 15. Dezember bestehen. Die Lage werde weiterhin von Tag zu Tag analysiert, vor allem auch mit Blick auf die Feiertage Ende Dezember. «Wir brauchen Luft für Weihnachten», so Bettel, der davon ausgeht, dass die Interaktionen dann zwangsläufig wieder zunehmen werden.

«Ich hätte auch Lust, anders zu leben», erläutert der Premierminister. «Ich hätte Lust, meine Maske nie mehr wieder sehen zu müssen. Und die meisten Luxemburger sicherlich auch. Es ist unangenehm, es ist frustrierend, es ist ein weiterer Einschnitt. Aber wir wollen das Schlimmste vermeiden. Wir bitten um drei Wochen Verzicht.»

(dm/L'essentiel)

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