Flutopfer in Echternach – «Wir fangen wieder an, das ist unsere Existenz!»

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Flutopfer in Echternach«Wir fangen wieder an, das ist unsere Existenz!»

LUXEMBURG – Eine Woche nach den Überschwemmungen, versuchten Katastrophenopfer am Donnerstag, ihre Zweifel an der Zukunft wegzuwischen.

Von Heco und Monikas Schmuck- und Dekorationsgeschäft in der Rue de la Gare ist nichts mehr übrig.

Von Heco und Monikas Schmuck- und Dekorationsgeschäft in der Rue de la Gare ist nichts mehr übrig.

Eine Woche nach der Flutkatastrophe herrscht in Echternach eine seltsame Atmosphäre. Während auf den Terrassen wieder Leben herrscht, bleiben einige Geschäfte geschlossen. Oder besser gesagt: weit geöffnet, zum Trocknen. Das Wasser, das eine Woche zuvor auf mehr als 1,50 Meter gestiegen war, hat Spuren an den Wänden hinterlassen, riecht modrig und hat die Besitzer ausgelaugt.

Von Heco und Monikas Schmuck- und Dekorationsgeschäft in der Rue de la Gare ist nichts mehr übrig. Ihre Bemühungen waren vergebens: «Das Wasser stieg zu schnell». Die Eltern von drei Kindern mussten ihr Haus mit der Feuerwehr in einem Kanu verlassen. Seit ihrer Rückkehr haben sie hauptsächlich aufgeräumt. Zum Glück waren sie versichert. Ein Jahr nach der Eröffnung kam Corona und nun die Wetterkatastrophe. «Aber wir fangen wieder neu an, das ist unsere Existenz!» Andere sparen sich den Kraftakt: «Wir konnten die Kleider retten. Wir werden sie verkaufen und nächsten Monat ist es dann vorbei», sagt Hams, der nun durch die Flut früher in den Ruhestand gehen wird.

Kein Platz mehr für kaputte Autos

Auch eine Konditorei und ein Geschenkeladen werden nicht wiedereröffnet. Lucia, in ihrem Dessous-Laden, will es weiter versuchen. Sie zeigt auf eine Kiste voller ausrangierter Produktetiketten. «Selbst 1993 war das Wasser nicht so hoch gestiegen», erklärt sie. Man habe am Donnerstag nicht genug gewarnt. Den Schaden schätzt sie auf 50.000 bis 60.000 Euro. Sorgen macht sie sich auch um die Tourismussaison: «Auch Hotels wurden überflutet.»

An Patricks Abschleppwagen fließt Wasser aus einem Auto. «Das ist der 35. Wagen. Dieser ist zwei Monate alt. Einen habe ich mitgenommen, der war einen Tag alt. In den Garagen ist kein Platz mehr für sie.» Auf der Straße gehören Versicherungen und Beihilfen zu den Hauptthemen. In einer offenen Garage erklärt ein Zusteller einer älteren Dame, wie ihre neue Waschmaschine funktioniert. Es geht also bei Null wieder los.

(nm/L'essentiel)

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