Selma Blair über ihre Doku – «Wir filmen gerade die letzten Tage meines Lebens»
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Selma Blair über ihre Doku«Wir filmen gerade die letzten Tage meines Lebens»

Seit drei Jahren kämpft die Schauspielerin gegen Multiple Sklerose. Im neuen Dokumentarfilm «Introducing, Selma Blair» lässt sie die Öffentlichkeit an ihrer Geschichte teilhaben.

2018 erhielt Selma Blair die Diagnose Multiple Sklerose. Die «Eiskalte Engel»-Darstellerin quälten Nackenschmerzen, starker Schwindel und plötzlicher Gefühlsverlust im Bein. Die Gewissheit brachte schlussendlich ein MRT. Seither geht Blair offen mit ihrer Erkrankung um, zeigt ihren Kampf ungeschönt auf Social Media – mal verzweifelt und traurig, mal stark und zuversichtlich.

Was viele bislang jedoch nicht wussten: Ein Kamerateam hat die Schauspielerin eine Zeit lang begleitet. Aus Handy-Videos und dem professionell gefilmten Material ist eine TV-Dokumentation entstanden, die die Zuschauerinnen und Zuschauern an Blairs Leben mit der unheilbaren Autoimmunerkrankung teilhaben lässt. Ein zweieinhalbminütiger Trailer, der nun veröffentlicht wurde, gibt einen ersten Einblick in den ergreifenden Film.

«Ich war überzeugt, dass ich das mit der Welt teilen sollte», sagt sie im Interview mit der «Vanity Fair». Sie hoffe, dass ihr Leben den Menschen etwas Hoffnung und Bewusstsein für sich selbst gibt. «Ich hoffe, der Film zeigt, dass MS unterschiedlich verlaufen kann», so die 49-Jährige weiter.

Die Kamera ist immer dabei

Schon während des Trailers wird klar: Es wurde nichts zensiert. Die Kameras waren bei jedem noch so schonungslosen Moment dabei und zeigen Selmas emotionalen Balanceakt. So spielt sie freudig mit ihrem Sohn Arthur, versucht mit aller Kraft Treppen zu steigen, tanzt im Krankenhaus mit ihrem Gehstock und verliert nach und nach ihre Haare. Im Juni 2019 unterzog sich die Amerikanerin einer Stammzelltransplantation, da Medikamente ihr keine Linderung verschafften. Im Laufe der Behandlung bekam Blair dann eine Chemotherapie. Im Film ist nun zu sehen, wie ihr damals acht Jahre alter Sohn ihr eine Glatze rasiert.

«Wir filmen gerade die letzten Tage meines Lebens», sagt sie während eines Telefongesprächs. «Die Ärzte meinten, ich solle meinen Tod planen. Nicht, weil ich MS habe, sondern weil ich gegen MS kämpfe», so Blair schluchzend. Unter Tränen berichtet sie davon, dass sie einmal sogar zu wenig Luft bekam, um sagen zu können, dass sie nicht atmen kann.

Der Trailer endet mit Blick in die Zukunft

Während der letzten Szene, in der Blair in einem Swimmingpool treibt, ist sie aus dem Off zu hören: «Alles Schöne, das ich erfahren habe, womit ich anderen Menschen Mut gemacht habe, wird das auch für mich gelten?»

Ihren Humor hat sie trotzdem nicht verloren. Auf Instagram teilte sie den Trailer zur Doku und scherzte: «Sagt mir aber nicht, wie es endet.»

(L'essentiel/Saskia Sutter)

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