Hydroxychloroquin – «Wir haben die Herzprobleme kommen sehen»
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Hydroxychloroquin«Wir haben die Herzprobleme kommen sehen»

LUXEMBURG - Ein Lungenspezialist, der im Großherzogtum an vorderster Front arbeitete, erklärt die Folgen des Einsatzes von Hydroxychloroquin bei einigen Patienten.

Noch bevor Luxemburg die Behandlung mit Hydroxychloroquin verboten hat, haben die Krankenhäuser des Landes dessen Einsatz «sehr umsichtig» gehandhabt,

Noch bevor Luxemburg die Behandlung mit Hydroxychloroquin verboten hat, haben die Krankenhäuser des Landes dessen Einsatz «sehr umsichtig» gehandhabt,

Für Dr. Christian Frantz ist die Debatte über die Verabreichung von Hydroxychloroquin (HCQ) für Patienten mit Covid-19 abgeschlossen. Wie der Spezialist für Atemwegserkrankungen am Robert-Schuman-Krankenhaus in Luxemburg erklärt, hat die The «Lancet»-Studie mit 96.000 Patienten gezeigt, dass es keinen klinischen Nutzen gibt. «Es ist jetzt wissenschaftlich erwiesen», erklärt er gegenüber L'essentiel.

Doch noch bevor Luxemburg – ebenso wie Frankreich – beschlossen hat, diese Behandlung des Coronavirus nicht mehr zuzulassen, haben die Krankenhäuser des Landes den Einsatz von Hydroxychloroquin«sehr umsichtig» gehandhabt, erzählt Frantz: «Wir haben nur leichte Dosen verabreicht, über sehr kurze Zeiträume».

« Wir waren besonders wachsam in Bezug auf mögliche Herzprobleme »

Zwar sei das Ergebnis «bei einer kleinen Zahl von Patienten nur schwer zu messen», aber die Vorteile des HCQ seien nicht spektakulär gewesen. Im Gegenteil. Seine potenziell negativen Auswirkungen, die in der Studie beschrieben werden, konnten in Luxemburg tatsächlich beobachtet werden. «Wir waren besonders wachsam in Bezug auf mögliche Herzprobleme, und wir sahen die Probleme kommen. Aus diesem Grund haben wir in einigen Fällen die Behandlung sofort abgebrochen», erklärt der Arzt, der darauf hinweist, dass es sich bei den betroffenen Patienten oft um ältere Menschen handelte.

An Behandlungs-Alternativen mangele es aber, erklärt Frantz, da die meisten Studien über potenzielle Behandlungen enttäuscht hätten. Daher bleibe nur, die Erfolge während der Epidemie zu beobachten. Nach seinen Angaben litten die schwersten Fälle unter einer Deregulierung des Immunsystems – einer «übertriebenen» Reaktion des menschlichen Körpers auf die Krankheit. «Indem wir direkt auf das Immunsystem einwirkten, erzielten wir die besten Ergebnisse. Dies ist ein guter Weg, um die am meisten betroffenen Patienten zu behandeln», meint Frantz.

(Thomas Holzer/L'essentiel)

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