Medizinstudenten – «Wir haben sieben Jahre lang umsonst studiert»

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Medizinstudenten«Wir haben sieben Jahre lang umsonst studiert»

GROSSREGION – Ärger an belgischen Unis: 50 Prozent der Medizinstudenten – darunter viele aus Luxemburg – bekommen keinen Abschluss.

Jahrelang studieren und am Ende doch kein Diplom in der Tasche: Dieses Horrorszenario ist für jeden zweiten Medizinstudenten der belgischen Universitäten in Brüssel, Lüttich und Louvai-la-Neuve bittere Realität. Betroffen sind auch viele Luxemburger, die dort eingeschrieben sind. Schuld daran ist ein Mangel der sogenannten Inami-Nummern. Diese werden in Belgien fertigstudierten Medizinern zugeteilt, damit ihre Patienten über die nationale Gesundheitskasse abgerechnet werden können. Wer keine Nummer bekommt, kann nicht praktizieren. Auch der Weg zur Facharzt-Ausbildung bleibt den Medizinern ohne Nummer verwehrt.

Derzeit betrifft dieses Problem 300 Medizinstudenten der drei frankophonen Unis. Rund 20 von ihnen kommen aus dem Großherzogtum. Nur schätzungsweise die Hälfte wird im Juni 2015 tatsächlich ein Diplom in den Händen halten können. Auch die 130 Luxemburger, die in den kommenden sieben Jahren ihr Studium abschließen wollen, leben in Ungewissheit.

«Wir können nicht zurück nach Luxemburg»

«Wir haben sieben Jahre lang umsonst studiert», erklärt einer derjenigen, die sich im letzten Studienjahr befinden: «Und wir haben keine Alternative. Weil Luxemburg keine Mediziner-Ausbildung anbietet, haben wir jetzt dieselben Probleme wie die Belgier. Und wir können auch nicht ins Großherzogtum zurück. Solang wir unsere Zeit als Assistenzarzt nicht absolviert haben, haben wir keine Zulassung.»

Vergangene Woche gingen die Studenten deshalb in mehreren Städten auf die Straße, um ihren Unmut kundzutun. Dabei wurden auch einige Lösungsansätze angesprochen, wie etwa eine Aufnahmeprüfung. Eine solche gibt es bereits in Flandern. Doch seitens der Regierung gibt es bislang keinerlei Entscheidung.

(Juliette Devaux/pw/L'essentiel)

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