Luxemburg – «Wir hatten das Virus schon im Januar im Blick»
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Luxemburg«Wir hatten das Virus schon im Januar im Blick»

LUXEMBURG – Xavier Bettel kam erneut auf die Corona-Krise zu sprechen. Er erklärte das Vorgehen der Regierung und bezeichnete die Schließung der Grenzen in Europa als Fehler.

Xavier Bettel und Gesundheitsministerin Paulette Lenert waren und sind die führenden politischen Persönlichkeiten in der Krise.

Xavier Bettel und Gesundheitsministerin Paulette Lenert waren und sind die führenden politischen Persönlichkeiten in der Krise.

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Während sich Europa gerade von der Gesundheitskrise erholt, ließ Premierminister Xavier Bettel in der Sendung «Ici l'Europe», die auf France 24 ausgestrahlt wird, einige Schlüsselmomente Revue passieren. Der luxemburgische Premierminister bedauerte insbesondere die Schließung der Grenzen. Er bezeichnete sie als «Fehler».

«Das Virus wird weder von einer Grenze, einem Zaun oder einem Zollbeamten aufgehalten. Viele Länder haben erst gemerkt, dass die Schließung ein Fehler ist, als die Lkw mit Versorgungsgütern an der Grenze nicht weiterkamen», so Bettel.

Für Luxemburg sei die Schließung besonders gefährlich gewesen. Weil 60 Prozent der Arbeitnehmer Grenzgänger sind, sei das Land Gefahr gelaufen zusammenzubrechen, sagte Bettel und bedauerte die mangelnde Zusammenarbeit auf europäischer Ebene. «Jeder wollte vor dem Wähler stark wirken. Unsere Grenzen sind offen geblieben. Es hat letzten Endes keinen Unterschied gemacht. Uns geht es nicht schlechter», so der Staatschef.

« Wir haben schon früh Masken bestellt »

«Wir hatten das Virus schon im Januar im Blick und damit begonnen, uns aufzustellen. Ich habe das Büro des Kommissars für nationalen Schutz gebeten, eine Analyse der Situation in Wuhan zu erstellen und zu untersuchen, was in Luxemburg getan werden sollte. Wir haben schon früh Masken bestellt. Es war eine Herausforderung», sagte Bettel.

Auf die Frage nach dem europäischen Sanierungsplan, der insbesondere den am stärksten betroffenen Ländern (Spanien, Italien, Frankreich) helfen soll, erinnerte der luxemburgische Premierminister daran, dass Europa «ein Projekt des Friedens und der Solidarität» sei: «Man muss sich gegenseitig helfen. Vielleicht brauchen demnächst andere Länder Hilfe.»

Auf die Frage, welche Lehren er aus der Krise gezogen hat, sagte der DP-Politiker: «Wir wissen nun zu schätzen, was wir vor Ort produzieren. Ich glaube, dass auch Europa verstärkt Medikamente herstellen muss, um nicht von anderen Kontinenten abhängig zu sein.»

(Thomas Holzer/L'essentiel)

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