Stausee-Chaos: «Wir können die Strände am See nicht vergrößern»
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Stausee-Chaos«Wir können die Strände am See nicht vergrößern»

ESCH/SAUER – Die Region um den Obersauer Stausee versank am Wochenende unter enormem Andrang. Bürgermeister Marco Schank schildert im Interview die Problematik.

von
Nicolas Martin
Die Hitze trieb am Wochenende die Massen an den Stausee.

Die Hitze trieb am Wochenende die Massen an den Stausee.

Editpress

L'essentiel: Herr Schank, wie haben Sie das Wochenende erlebt?

Marco Schank, Bürgermeister von Esch/Sauer: Am Samstag war es so schlimm wie nie zuvor. Wir haben tausend kostenlose Parkplätze zusätzlich geschaffen und alle waren voll. Die Leute haben angefangen, illegal zu parken. Wir haben auch 800 kostenpflichtige Parkplätze, also insgesamt fast 2000. Es ist schwer zu sagen, wie viele Menschen am See waren, zählen können wir sie nicht. Früher hatten wir Wochenenden mit 7000, 8000 vielleicht mal 9000 oder 10.000 Besucher. Genau wissen wir es nicht. Am Samstag gab es nicht genügend Polizeipatrouillen, zu viele Menschen waren an den See gekommen. Am Sonntag war es besser, aber am Samstag reichte es nicht. Die Medien hatten einen Temperaturrekord gemeldet – es waren wirklich viele Leute da.

Was kann man noch tun?

Seit zwei Jahren gibt es diese Saisonparkplätze und Shuttlebusse, die zu den Parkplätzen und Stränden fahren. Und es gibt den großen Shuttlebus, der um den See herum fährt. Viele Menschen, vor allem junge Leute, sind übrigens mit den öffentlichen Verkehrsmitteln angereist. Ich möchte daran erinnern, dass man für die Fahrt zu den Stränden nichts bezahlen muss: Es gibt kostenlose Parkplätze und Shuttlebusse. Aber wenn man näher heran will, dann muss man zahlen. Das war schon immer so.

Sind Sie an Ihrer Kapazitätsgrenze?

Ja, wir hatten bereits Probleme, die Genehmigung des Umweltministeriums für die saisonalen Parkplätze zu erhalten. Wir haben die Shuttle-Busse eingerichtet. Wir müssen vielleicht das Sicherheitspersonal erhöhen, zumindest an den Wochenenden, an denen wir gutes Wetter und viele Menschen erwarten. Wenn die Leute illegal parken, ist das Problem, dass Rettungs- und Löschfahrzeuge nicht mehr durchkommen, wenn sie gebraucht werden. Das ist das Schlimmste.

Die Polizei musste von Fahrten in die Region abraten…

Artikel 6 des Polizeigesetzes sieht vor, dass der Bürgermeister die Straße sperren kann, wenn Gefahr im Verzug ist. Also hat man die Ortschaft Insenborn gesperrt. Bisher hatte ich das nur einmal während der Saison im letzten Sommer gemacht, so auch am Samstag. Ansonsten konnte niemand mehr durch Insenborn fahren und wir hatten Sorge um die Einsatzfahrzeuge. Man muss den Leuten wirklich raten, zu den großen Sammelparkplätzen zu fahren, normalerweise reichen die aus. Oder die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen…

Was kann man tun, um mehr Menschen Platz zu bieten?

Das würde nicht funktionieren. Die Strände sind dann zu klein. Man kann sie nicht vergrößern, weil dann die Infrastruktur und die Zugänge nicht mehr funktionieren. Normalerweise reicht die Infrastruktur aus, wie am Wochenende ist es selten. Es waren viele Menschen aus dem Ausland da. Viele Kennzeichen aus Frankreich, Belgien und Deutschland.

Kann man wie bei Corona wieder auf eine Reservierung zurückgreifen?

Wir haben das letztes Jahr gemacht, es ist nicht so toll. Es gibt immer noch Leute, die sogar aus dem Ausland kommen und dann nicht wissen, dass man reservieren muss. Sie fahren eine Stunde oder länger, um zu kommen, und müssen dann feststellen, dass sie nicht reinkommen. Das ist nicht einfach, wir haben das ausführlich besprochen. Im Moment sagen wir, dass wir es nicht tun, aber wenn sich sowas häufen sollte, müssen wir vielleicht zu diesem System zurückkehren.

Die Besucher haben am Wochenende viel Müll hinterlassen…

Wir haben ein System, bei dem das CIGR aus Wiltz (Regionales Initativ- und Verwaltungszentrum) kommt. Und unser technischer Dienst hilft. Am Sonntagmorgen war es enorm viel Müll. Dabei wäre es ganz einfach, man müsste nur seinen Müll nehmen und mit nach Hause nehmen. Und es gibt viele Mülleimer auf dem Gelände, um die Dinge zu trennen – die Müllcontainer waren nicht voll. Es gibt Leute, die ihre Verpackungen einfach herumliegen lassen.

Hatte der schwere Autounfall am Sonntag etwas mit der Überfüllung zu tun?

Das glaube ich nicht. Aber es ist sicher, dass das Unfallrisiko steigt, wenn viele Menschen auf einer Straße unterwegs sind. Auf der Straße von Eschdorf nach Lultzhausen gibt es immer Leute – eine Minderheit – die zu schnell fahren. Auf dieser Straße muss man aufpassen, sie ist nicht sehr breit, hat Felsen auf der einen Seite und Wald auf der anderen. Man muss wirklich vorsichtig fahren.

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