Sportfreunde Stiller – «Wir machen mit Herz und Hoden Musik»
Publiziert

Sportfreunde Stiller«Wir machen mit Herz und Hoden Musik»

Vor ihrem Auftritt auf der Rock-A-Field-Bühne hat uns Flo Weber, der Schlagzeuger der Sportfreunde Stiller, verraten, was die Fans am Freitag erwartet.

Diese Jungs sind alles, nur nicht gewöhnlich: Bei Rock am Ring 2013 spielten sie sogar auf der riesigen Bühne.

Diese Jungs sind alles, nur nicht gewöhnlich: Bei Rock am Ring 2013 spielten sie sogar auf der riesigen Bühne.

DPA

Beim Rock-A-Field-Festival sind die Sportfreunde Stiller am Freitag (20.55 - 21.55 Uhr) gemeinsam mit 30 Seconds To Mars die große Nummer. L'essentiel hat mit Florian Weber, dem Schlagzeuger der Band, über die Fußball-WM, die Sportfreunde-Musik und die Luxemburger gesprochen.

L’essentiel: Laufen die Sportfreunde Stiller während einer Fußball-Weltmeisterschaft zu Höchstform auf?
Florian Weber: In alle Bereichen, logisch. Auf dem Platz als Fußballer sind wir getrieben von Ehrgeiz und dem enormen Willen, vielleicht doch noch für die Nationalmannschaft gescoutet zu werden. Und auf der Bühne, wo wir bei einem hervorragenden und überschwänglichen Konzert mit den Fans Lieder über Liebe singen. Und nebenbei bei kühlem Weißbier interessante Spiele wie Algerien gegen Südkorea gucken.

Und die andere Seite der WM? Das Schicksal der Bevölkerung und Proteste in Brasilien?
Wir machen uns während der Nachrichten über die Proteste und Auflehnungen in Brasilien Gedanken und kommen zu dem Schluss, dass ein Großsportereignis von korrupten Männern und Mächten eigentlich boykottiert werden müsste. Leider ist der Sport aber zu schön.

Wenn Ihr am 27. Juni beim Rock a Field auftretet, ist aber spielfrei in Brasilien. Absicht?
Zufall. Aber schön, voller Fokus auf die Musik. Aber auch während der WM stehen wir auf der ein oder anderen Bühne.

Werdet Ihr euren Hit «54, 74, 90, 2006» wieder umdichten oder könnt Ihr das Lied nicht mehr hören/spielen?
Wir lieben dieses Lied und die Erlebnisse, die wir vor allem 2006 damit hatten. Da wurden Jugendträume wahr. Nun spielen wir es ab und zu, wenn der Anlass passt. Die Menschen dürfen gerne die letzte Zahl in 2014 verwandeln. Mit ein wenig Wortakrobatik haut das hin. Hoffentlich zum letzten mal, damit wir endlich alle Weltmeister sind.

War Eure Pause vor dem aktuellen Album dazu da, um Luft zu holen? Oder habt Ihr Euch währenddessen bewusst verändert und weiterentwickelt?
Die Pause wurde genutzt, um unsere kreativen Tanks aufzufüllen. Durch Entspannen, Reisen, Lesen, Faulenzen, Sporteln. Aber auch sich voneinander entfernen und in anderen künstlerischen Projekte aufzugehen. Ich hoffe, wir werden uns bis zum letzten Atemzug weiterentwickeln. Man lernt eben nie aus.

Was bekommen die Fans beim Rock a Field zu spüren? Die alten Sportfreunde, die neuen Sportfreunde oder eine Mischung?
Die Sportfreunde! Uns gibt nicht alt oder neu. Uns gibt’s nur topaktuell, hot, real und geil. Wir lechzen nicht nach Trends oder Mode, wir machen mit Herz und Hoden Musik, die uns bewegt. Und im besten Fall auch andere Menschen. Das sind die Sportfreunde. Und die wird‘s beim Rock A Field geben.

Ist es anstrengend, auf der Bühne immer fröhlich zu sein? Oder liegt Euch das einfach im Blut?
Würde ich mehr als drei Konzerte auf der Bühne nicht mehr fröhlich sein, müsste ich sofort meine Stöcke in die Ecke werfen. Wir sind Optimisten und deswegen meistens positiv und fröhlich. Naiv sind wir aber nicht. Und wer uns anpisst, kriegt Knochenmühle.

Bei welchen Liedern habt Ihr live am meisten Spaß, welche spielt ihr am liebsten?
Es gibt alte Evergreens, deren Reize nie vergehen. Die meisten neuen, nicht so oft gespielten Lieder, sind interessant und gern gespielt. Die Mischung macht‘s, eine ausgewogene Setliste, die immer schön durchgewürfelt wird.

Wie habt Ihr das Publikum bei euren bisherigen Auftritten in Luxemburg erlebt?
Anfangs abwartend, dann umso stürmischer. Jetzt erhoffen wir uns Sturm und Drang von der ersten Sekunde an.

Was ist das Besondere an Auftritten bei Festivals?
Feierlaunige Massen, die eine gute gemeinsame Zeit haben wollen. Sie wirken oft wie ein Weizenfeld der Glückseligkeit. Wenn das Weizenfeld dann winkt und tanzt, als würde ein leichter (Sportfreunde-) Orkan durch wehen, sieht das toll aus.

(jm/L'essentiel)

Deine Meinung