In Luxemburg – «Wir müssen den Kindern die Situation erklären»

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In Luxemburg«Wir müssen den Kindern die Situation erklären»

LUXEMBURG - Zu Hause bleiben müssen, keine Freunde sehen. Wie erklärt man Kindern die Quarantäne? Kinderpsychiater Claudio Pignoloni hat Antworten.

Für den Kinderpsychiater Claudio Pignoloni ist es wichtig, auf die Gefühle und Emotionen des Kindes zu hören.

Für den Kinderpsychiater Claudio Pignoloni ist es wichtig, auf die Gefühle und Emotionen des Kindes zu hören.

Pixabay/Illustration

L'essentiel: Sowohl Kinder als auch Eltern müssen während der Pandemie viel Geduld aufbringen. Wie erklären Sie diese besondere Situation den Kindern?

Claudio Pignoloni, Kinderpsychiater: Es ist wichtig, die Situation in Worte zu fassen und sie nicht zu leugnen. Wenn das Kind bereits in der Schule im Austausch mit Freunden von dem Virus gehört hat, sollte es in einer Sprache erklärt werden, die für es verständlich und einfach ist. Es spürt auch die Angst der Eltern. Kinder werden verunsichert, wenn nicht mit ihnen über solche Probleme gesprochen wird. Auch kann es vorkommen, dass Kinder Falschinformationen aufschnappen, die in einem Gespräch mit ihnen ins rechte Licht gerückt werden können. Beruhigen Sie sie, seien Sie offen und ehrlich mit ihnen.

Was sollte man vermeiden?

So zu tun als wäre nichts. Es ist wichtig, auf die Gefühle und Emotionen des Kindes zu hören. Angst zu haben ist normal und natürlich. Angst hilft uns, uns selbst zu schützen, und erlaubt uns, die Maßnahmen gegen die Verbreitung des Virus besser zu akzeptieren. Ob für Kinder oder Erwachsene, es ist hilfreich, wenn man nicht ununterbrochen der Berichterstattung ausgesetzt ist. Man sollte sich ein- oder zweimal am Tag informieren, aber nicht ununterbrochen.

Welche Vorschläge haben Sie, damit die Eindämmung am besten funktioniert?

Wir sollten versuchen, eine Struktur und eine Routine zu schaffen, die durch verschiedene Aktivitäten aufgelockert wird. Es ist wichtig, mit dem Kind zu spielen, aber auch individuelle Momente zu haben. Wir dürfen den Stress nicht durch die Schularbeit in der Schule verstärken, sondern müssen auch Momente der Entspannung einplanen. Was die Hausarbeit betrifft, können Kinder auch den Eltern helfen.

(Marine Meunier/L'essentiel)

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