Hochwasser in Luxemburg – «Wir mussten Kühe auf Anhängern evakuieren»

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Hochwasser in Luxemburg«Wir mussten Kühe auf Anhängern evakuieren»

LUXEMBURG – Eine Woche nach den schrecklichen Überschwemmungen im Land schildern zwei Landwirte «L'essentiel» ihre persönliche Situation.

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Der Hof von Claude Hilgert  nach den Regefällen.

Der Hof von Claude Hilgert nach den Regefällen.

Henri Krier
Claude Hilgert und sein Sohn Pol brachten die Milchkühe auf Anhängern weg.

Claude Hilgert und sein Sohn Pol brachten die Milchkühe auf Anhängern weg.

Henri Krier

Luftbilder von der Gemeinde Mersch zeigten das Ausmaß der Katastrophe. Die komplett überschwemmte Farm von Claude Hilgert war einer der am stärksten vom Hochwasser betroffenen Höfe. «Eine Woche später stehen wir immer noch unter Schock», sagt der Landwirt aus Mösdorf mit müder Stimme. Neunzig Kühe besitzt er, seine Ställe waren komplett überflutet. «Wir mussten 45 Milchkühe auf Anhängern zu einem zwei Kilometer entfernten Ort eines Freundes evakuieren, um sie zu melken», fügt er hinzu.

Zusammen mit seinem Sohn, der eigentlich studiert, habe er die letzten Tage damit verbracht, seinen Hof aufzuräumen und sein Vieh zurückzubringen. Beide Männer fürchten, dass das Wasser, das die Wiese überflutet hat, möglicherweise Abfälle, Materialien oder Gegenstände mitgerissen hat, die für das Vieh gefährlich sein könnten. «Hier werden unsere Kühe gefüttert. Wir müssen aufpassen», sagt Hilgert. Die Tiere, aufgewühlt durch die Geschehnisse, könnten sogar einige Tage lang weniger Milch produzieren.

Guy Noesen hatte weiter nördlich etwas mehr Glück. Mit einem Sandsackdamm konnte er seine Ställe retten und die rund hundert Kühe schützen. Die in seinem Schuppen gelagerten elektrischen Geräte überlebten jedoch nicht. «Wir müssen trotz allem wieder zur Tagesordnung übergehen», so Guy Noesen. Nach Angaben der Centrale Paysane Luxembourgeoise wurden bisher keine ertrunkenen Tieren gemeldet. «Wenn es welche gibt, sollte die Anzahl minimal sein», sagte die Organisation.

Laut dem Landwirtschaftlichen Wirtschaftsdienst des Ministeriums ist es noch zu früh, den Schaden abzuschätzen. Die Informationen werden nach und nach an die Verwaltung für technische Dienste der Landwirtschaft (ASTA) weitergeleitet, die Vertreter in die betroffenen Gebiete schicken wird. «Zu diesem Zeitpunkt wurde noch keine spezifische Beihilfe beschlossen. Zuerst müssen wir uns einen Überblick verschaffen», sagt Pierre Treinen, Direktor des Wirtschaftsdienstes.

(yb/L'essentiel)

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