Arbeitslosenrate in Luxemburg – «Wir sind unter den fünf besten Ländern Europas»

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Arbeitslosenrate in Luxemburg«Wir sind unter den fünf besten Ländern Europas»

LUXEMBURG – Dank der guten Wirtschaftslage hat die Agentur für Arbeit 2015 wieder mehr Menschen zu einem Job verholfen. Doch drei Zielgruppen machen den Verantwortlichen Sorgen.

Arbeitsminister Nicolas Schmit registriert eine positive Entwicklung bei der Adem - sowohl intern als auch in Bezug auf die Arbeitslosenbetreuung.

Arbeitsminister Nicolas Schmit registriert eine positive Entwicklung bei der Adem - sowohl intern als auch in Bezug auf die Arbeitslosenbetreuung.

Editpress/François Aussems

Die Luxemburger Agentur für Arbeit (Adem) hat am Donnerstag eine positive Bilanz über das Jahr 2015 gezogen. Im Vorjahr waren im Schnitt 17.855 Menschen in Luxemburg ohne Job, ein Minus von 2,6 Prozent im Vergleich zu 2014. Besonders die drei großen Branchen Handel, Hotel- und Gaststätten und der Bau stellten im Vorjahr wieder mehr Menschen ein. Insgesamt haben 12.844 Adem-Kunden 2015 ihren Weg zurück in die Beschäftigung gefunden. Das mit dem Unternehmerverband UEL in einem Abkommen vereinbarte Ziel wurde damit übertroffen.

Arbeitsminister Nicolas Schmit (LSAP) sprach bei der Pressekonferenz am Donnerstag von einer «Revolution», die in den vergangenen fünf Jahren bei der Adem stattgefunden habe. «Als ich vor einigen Jahren das erste Mal eine Adem-Zweigstelle in Esch besucht habe, dachte ich, ich wäre in einem Dorf in Rumänien», sagte der Minister. „Heute präsentiert sich die Adem statt schmuddelig sehr modern, kundenorientiert und verfügt über einen guten Draht zu den Betrieben.» Schmit hob hervor, dass sich Luxemburg mit einer Quote von 6,5 Prozent im vergangenen März mittlerweile unter den fünf EU-Ländern mit der niedrigsten Arbeitslosenrate einreiht. Dennoch bleibt noch viel zu tun. «Über 17.000 Arbeitslose sind immer noch zu viel. Arbeitslosigkeit ist ein Virus, das mit der Zeit immer schlimmer wird. Wir müssen mehr Langzeitarbeitslose wieder zu einem Job verhelfen.»

Luft nach oben bei Ausbildungen

Für 2016 fasst Adem-Direktorin Isabelle Schlesser drei Zielgruppen ins Auge: Ältere Unbeschäftigte ab 45 Jahren, Arbeitslose mit Behinderung und Menschen, die ihren früheren Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben können. Letztere sind besonders häufig von Arbeitslosigkeit betroffen. Schlesser hofft hier auf Verbesserungen durch die Anfang 2016 in Kraft getretene Reform über die Reklassierung, die eine bessere Betreuung und Begutachtung dieser Menschen vorsieht.

Luft nach oben gibt es auch bei Lehrlingen: Die Zahl der jungen Leute, die in eine Ausbildung vermittelt wurden, stagnierte 2015 bei 1292 Personen. 302 Jugendliche schafften es vorerst nicht, einen Lehrvertrag in einem Unternehmen abzuschließen – 2014 waren es noch 261. Eine weitere Gegenmaßnahme gegen Jugendarbeitslosigkeit ist die 2014 geschaffene Jugendgarantie. 3801 Arbeitslose unter 25 Jahren schrieben sich im Vorjahr für diese Beschäftigungsmaßnahme ein. 76 Prozent der Teilnehmer erhielten entweder ein Job- oder Lehrangebot, kehrten in eine Ausbildung zurück oder wurden in eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme eingegliedert. In den drei Adem-Zweigstellen in Esch/Alzette, Luxemburg und Diekirch soll die «Garantie pour la Jeunesse» künftig auch auf Arbeitslose zwischen 25 und 30 Jahren ausgeweitet werden.

(Jörg Tschürtz/L'essentiel)

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