Radioaktive Wolke – «Wir sind weit von jeglichem Risiko entfernt»

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Radioaktive Wolke«Wir sind weit von jeglichem Risiko entfernt»

LUXEMBURG – Radioaktive Spuren über Teilen Mitteleuropas geben Fragen auf. Woher die Wolke kommt, weiß niemand. In Luxemburg geben die Behörden Entwarnung.

In Luxemburg haben die Messungen keine erhöhten Werte angezeigt.

In Luxemburg haben die Messungen keine erhöhten Werte angezeigt.

DPA

Die Wolke zog über Tschechien, Österreich, Polen und Nordfrankreich. Dort wurden Spuren von Radioaktivität in der Luft gemessen. Am Dienstag hatte die französische Strahlenschutzbehörde IRSN Spuren von Iod 131 in verschiedenen Bereichen Mitteleuropas festgestellt. In Luxemburg «sind wir weit von jeglichem Risiko für die Bürger entfernt», erklärt Patrick Majerus, Nuklearingenieur von der Strahlenschutzbehörde im Gesundheitsministerium. «Wir haben keine Unregelmäßigkeiten gemessen», erklärt Majerus auf Anfrage von L’essentiel Online.

Mögliche Schäden durch die erhöhten Messwerte seien ausgeschlossen, so Majerus, da selbst die «gemessenen Konzentrationen in den anderen Ländern nur so eben über den Grenzwerten liegen».

Teilchen aus medizinischer Anlage?

Woher die radioaktive Wolke kommt, ist derzeit nicht klar. Für Patrick Majerus liegt eine These nahe: Die Spuren könnten «von einem Leck in einer medizinischen Anlage stammen». Radioaktive Teilchen, die für medizinische Zwecke genutzt werden, verschwinden schnell. Dass die Wolke aus dem havarierten AKW im japanischen Fukushima stammen könnte, hatte die französische Atomsicherheitsbehörde am Dienstag ausgeschlossen. Derartige Radioaktivitätsspuren könnten nicht aus einer defekten Atomanlage stammen, erklärt auch Majerus. Schließlich seien nur Spuren von Iod 131 gemessen worden. Wenn es zu einem Leck in einem AKW gekommen wäre, hätten auch andere strahlende Teilchen wie Cäsium 137 festgestellt werden müssen.

Die radioaktiven Teilchen könnten aus Osteuropa stammen – sie hatte Tschechien, Polen und Österreich gestreift. Auch die These eines radioaktiven Angriffs schließt Patrick Majerus aus. Für die Produktion solcher «Bomben» sei Iod 131 ebenfalls ungeeignet.

Jonathan Vaucher/L'essentiel Online

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