Luxemburg – «Wir sitzen ohne Maske am selben Tisch»

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Luxemburg«Wir sitzen ohne Maske am selben Tisch»

LUXEMBURG – Seit kurzem sind Schulklassen nicht mehr in Gruppen eingeteilt, sondern besuchen wieder vollzählig den Unterricht. Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten ist problematisch.

Die Schüler zeigen sich über die aktuelle Situation beunruhigt.

Die Schüler zeigen sich über die aktuelle Situation beunruhigt.

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Seit Montag gibt es keine A- und B-Gruppen mehr, sondern nur noch den gewohnten Schulunterricht für komplette Klassen. Dies wird noch bis zum Ende des Schuljahres am 15. Juli fortgesetzt. Die Maßnahme beunruhigt einige Schüler und Schülerinnen.

«Diese vermeintliche Rückkehr zur Normalität vor den Sommerferien erschreckt mich. In einer Klasse mit 23 Schülern sitzen mehrere von uns ohne Masken und bis zu zwei Personen am selben Tisch», erzählt Tiago aus einem Lycée in Esch/Alzette. Seinen Beobachtungen zufolge «desinfizieren mehrere Jugendliche die Hände nicht mehr und Umarmungen werden immer häufiger».

« Wir wissen, dass es Coronafälle in der gegenüber gelegenen Schule gegeben hat. »

In einer anderen Schule der Hauptstadt soll mindestens eine Klasse unter Quarantäne gestellt worden sein, so eine Schülerin. «Jetzt müssen wir die Maske im Unterricht tragen. Vorher war es freiwillig.» Sam, der ebenfalls ein Lycée der Hauptstadt besucht, bedauert den Mangel an Transparenz. «Wir wissen, dass es Coronafälle in der gegenüber gelegenen Schule gegeben hat. Die Lehrer sagen uns das allerdings nicht.»

Auf Anfrage von L'essentiel antwortete das Bildungsministerium, dass es Schülern erlaubt sei, die Masken abzunehmen, sobald sie sich an ihren Tischen befinden. Die Anzahl der anwesenden Personen im Raum spielt also keine Rolle. Bildungsminister Claude Meisch (DP) informierte die Abgeordneten am Dienstag darüber, dass 147 Schüler und vier Lehrer sich in Quarantäne befinden.

(Ana Martins/L'essentiel)

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