Elfenbeinküste – «Wir stehen kurz vor einem Völkermord»
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Elfenbeinküste«Wir stehen kurz vor einem Völkermord»

Der neue UNO-Botschafter des Landes, Youssoufou Bamba, hat an die internationale Gemeinschaft appelliert, einen Bürgerkrieg zu verhindern – mit drastischen Worten.

«Wir stehen kurz vor einem Völkermord, es muss etwas getan werden», sagte Bamba. Er hat UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon in New York sein Beglaubigungsschreiben übergeben. Bamba war von dem international anerkannten Sieger der Präsidentschaftswahl in der Elfenbeinküste, Alassane Ouattara, nominiert worden.

Ouattaras Vorgänger Laurent Gbagbo ist trotz internationalen Drucks nicht bereit, die Macht abzugeben. Ouattara sei «wirklich besorgt» über die Angriffe auf seine Anhänger, sagte Bamba am Mittwoch. Es seien Menschen getötet worden, nur «weil sie demonstrieren wollten, sich Gehör verschaffen, den Willen des Volkes verteidigen».

UNO-Kernaufgabe: Schutz der Zivilisten

«Die Lage ist sehr ernst und diese Botschaft habe ich in meinen Treffen, unter anderem mit dem Generalsekretär, überbracht», sagte Bamba. Er hob hervor, dass der Schutz der Zivilbevölkerung eine Kernaufgabe der UNO-Mission in der Elfenbeinküste (UNOCI) sei «und wir erwarten von der UNO, dass sie ihre Mission erfüllt».

Bamba ist der erste von Ouattara ernannte Botschafter, der die Arbeit aufgenommen hat. Der Regierung Gbagbo hatte er als Botschafter bei der UNO-Vertretung in Wien gedient.

Bei gewalttätigen Auseinandersetzungen im Zuge des Machtkampfes in der Elfenbeinküste waren nach UN-Angaben zwischen dem 16. und 21. Dezember mindestens 173 getötet worden. Aus Angst vor einem Bürgerkrieg flüchteten 19 000 Ivorer ins benachbarte Liberia. In der Elfenbeinküste sind 9100 UNO-Blauhelmsoldaten stationiert.

(20min.ch)

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