Reaktionen auf Papstwahl – «Wir teilen gemeinsame Ziele»
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Reaktionen auf Papstwahl«Wir teilen gemeinsame Ziele»

Glückwünsche aus aller Welt: Die Wahl des Argentiniers Bergoglio zum Papst wird als starkes Signal der Kirche begrüßt. Auch von Luxemburgs Erzbischof Hollerich.

Der neue Papst Franziskus I. hat viele Glückwünsche aus Luxemburg erhalten. Großherzog Henri schrieb ihm: «Gemeinsam mit dem luxemburgischen Volk begrüßen wir mit Ergriffenheit den ersten Papst des amerikanischen Kontinents.» Premierminister Jean-Claude Juncker übermittelte seine Glückwünsche im Namen der Regierung: «Ich bin überzeugt, dass Sie das Pontifikat so wie ihre Vorgänger im Dienste des Friedens, der sozialen Gerechtigkeit, der Menschenrechte und der Solidarität weiterführen werden.» Die Herausforderungen in der Welt seien groß und die Annäherung der Völker und Religionen sehr wichtig.

Der luxemburgische Erzbischof Jean-Claude Hollerich erklärte gegenüber Radio RTL, es sei «eine besondere Freude», dass der neue Papst wie er selbst Jesuit sei. «Ich habe nicht für möglich gehalten, dass ein Jesuit Papst wird», so Hollerich weiter. Für den Luxemburger ist es «eine gute Sache, dass der neue Papst kein Europäer ist». Kardinal Bergoglio ist laut Hollerich «ein bescheidener Mensch (...), aber auch einer, der Leadership kann».

US-Präsident Barack Obama bezeichnete die Wahl des ersten Papstes vom amerikanischen Kontinent als «historischen Tag». Die Entscheidung zeuge von der «Stärke und Vitalität einer Region, die unsere Welt immer mehr beeinflusst», erklärte Obama in Washington.

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel sagte, sie freue sich «mit den Christen in Lateinamerika, dass nun zum ersten Mal einer der ihren an die Spitze der Katholischen Kirche berufen worden ist. Weit über die katholische Christenheit hinaus erwarten viele von ihm Orientierung, nicht nur in Glaubensfragen, sondern auch, wenn es um Frieden, Gerechtigkeit, die Bewahrung der Schöpfung geht.»

Frankreichs Präsident François Hollande übermittelte Papst Franziskus I. die besten Wünsche, um sich den Herausforderungen der heutigen Welt zu stellen. Frankreich werde den vertrauensvollen Dialog mit dem Heiligen Stuhl fortsetzen. Dies werde «im Dienst von Frieden, Gerechtigkeit, Solidarität und der Menschenwürde» geschehen, schrieb Hollande nach Angaben des Élysée-Palastes.

Die Spitzen der EU-Institutionen wünschten Franziskus I. «ein langes und gesegnetes Pontifikat, das Eurer Heiligkeit und der katholischen Kirche erlauben wird, die Grundrechte des Friedens, der Solidarität und der Menschenwürde zu verteidigen und zu fördern». Das erklärten EU-Kommissionschef José Manuel Barroso und EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy in einer gemeinsamen Mitteilung in Brüssel. Der Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz, wünschte dem neuen Papst «Mut und Stärke». Er habe die «Gelegenheit zur Erneuerung» zu einem Zeitpunkt, an dem die katholische Kirche vor großen Herausforderungen stehe.

«Ich freue mich auf die Fortführung der Zusammenarbeit zwischen der UNO und dem Vatikan», sagte UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon laut Mitteilung in New York. «Wir teilen gemeinsame Ziele - vom Einsatz für Frieden, soziale Gerechtigkeit und Menschenrechte, bis zum Kampf gegen Armut und Hunger, alles wichtige Elemente der nachhaltigen Entwicklung.»

Die russisch-orthodoxe Kirche hofft nach der Wahl Jorge Mario Bergoglios zum Papst auf eine weitere Verbesserung ihrer Beziehungen zum Vatikan. «Der neue Papst ist für seine konservativen Ansichten bekannt, daher wird sein Pontifikat sicherlich den Glauben stärken», sagte Oberpriester Dmitri Sisonenko der Agentur Interfax am Donnerstag. Er ist in der einflussreichen Kirche für die zwischenchristlichen Beziehungen zuständig. Rund 960 Jahre nach der Kirchenspaltung nähern sich Rom und Moskau langsam einander wieder an.

(L'essentiel Online mit dpa)

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