CinéBelval-Chef – «Wir werden alle Register ziehen»

Publiziert

CinéBelval-Chef«Wir werden alle Register ziehen»

ESCH-BELVAL - 40 000 Grenzgänger aus Lothringen: Dieses Potenzial will der Chef des CinéBelval nach der Trennung von der Kinokette Caramba ausschöpfen. Ein Interview.

Jean Villemin will mehr französische Grenzgänger nach Belval locken.

Jean Villemin will mehr französische Grenzgänger nach Belval locken.

L'essentiel/Jean-Michel Hennebert

«L'essentiel Online»: Wie haben Sie auf die Nachricht reagiert, dass die Kino-Betreiber-Gesellschaft Caramba Insolvenz anmeldet?

Jean Villemin, Direktor des CinéBelval: Ich werde diesen Schritt nicht kommentieren, auch wenn die Insolvenz zu den möglichen Entwicklungen gehörte, die in letzter Zeit diskutiert worden sind. Ich möchte aber betonen, dass CinéBelval SA nichts mehr mit Caramba Sarl zu tun hat. Alle Lieferanten werden auf den Cent genau bezahlt.

Der Konkurs von Caramba folgt nur drei Tage auf ihre Bestätigung, dass sich das Kino in Belval aus der Struktur von Caramba herausgelöst hat. Inwiefern bekommt der Kinobesucher Veränderungen zu spüren?

Es wird sich einiges ändern, denn wir werden alle Register ziehen, um unsere Stellung als zweitgrößtes Kino des Landes zu halten. Unser Ziel ist klar. Wir wollen mehr Publikum nach Belval locken.

Wie soll dieses Ziel erreicht werden?

Wir wollen zunächst unser Marketing verbessern, das Logo ändern und gezielt unser Publikum ansprechen. Das fängt bei einfachen Dingen an: Unser Name wird an der Fassade des Einkaufszentrums Belvalplaza I befestigt und es werden Schilder am Bahnhof in Belval angebracht. In einem zweiten Schritt werden wir unser Betätigungsfeld ausweiten.

Ändert sich auch das Programm, das Sie anbieten?

Das Kino liegt mitten in den «Teeres Rouges», aber für die Nachbarn aus Frankreich bleibt die Grenze in den Köpfen. Wer in Villerupt wohnt, ist bereit, dutzende Kilometer bis ins Kino in Thionville oder Longwy zurückzulegen, statt fünf Kilometer über die Grenze nach Belval zu fahren. Wir werden uns also an dieses Publikum wenden und uns anpassen, ohne jedoch unsere luxemburgischen Besucher zu vernachlässigen.

Wie geht das zusammen, ein Programm gleichzeitig für das französische und das luxemburgische Publikum zu schaffen?

CinéBelval verfügt über sieben Kinosäle, die von 14 bis 23 Uhr geöffnet sind. Wir werden die Zeit besser füllen, um jedem das anzubieten, was er gern sehen will. Dabei wollen wir weiter ein breites Publikum ansprechen. Im Klartext könnte gleichzeitig ein Kinoklub für ein Nischenpublikum stattfinden und ein Blockbuster laufen. Wir werden Neues ausprobieren und wenn das keinen Zuspruch findet, passen wir uns so an, dass das Angebot einem Maximum an Leuten gefallen wird. Wir werden also vor allem Filme in Originalversion oder auf Französisch zeigen, denn es wäre ein Fehler, 40 000 Menschen außen vor zu lassen, die bisher nicht in Luxemburg ins Kino gehen.

Hat der Besitzerwechsel Auswirkungen auf die Infrastruktur des Kinos?

Wir werden mit dem Umbau nicht warten, bis der Uni-Campus in Belval fertig ist (Anm. d. Red: geplant für 2015), es wird ab Oktober Veränderungen geben. Das haben die Aktionäre so beschlossen. Es wird eine neue Internetseite geben, über die Kinokarten verkauft werden. Auch im Kino werden wir Automaten aufstellen, an denen Besucher ihr Ticket mit Karte bezahlen können, ohne an der Kasse anzustehen. Das soll die Wartezeit verkürzen.

(Jean-Michel Hennebert/L'essentiel Online)

Deine Meinung