Gaddafis Sprecher – «Wir werden Brega in Hölle verwandeln»

Publiziert

Gaddafis Sprecher«Wir werden Brega in Hölle verwandeln»

Die Stadt Brega ist weiter hart umkämpft. Die Rebellen werfen den Regierungstruppen den illegalen Einsatz von Landminen vor. Derweil sollen die USA Gespräche mit Gaddafi-Leuten aufgenommen haben.

Die heftigen Kämpfe um den strategisch wichtigen Ölhafen Brega in Libyen dauern an. Ein Reporter der Nachrichtenagentur AP beobachtete ein Feuergefecht mit Raketen zwischen Aufständischen und Truppen von Machthaber Muammar al Gaddafi. Über Ölterminals sei schwarzer Rauch aufgestiegen.

Die Rebellen warfen den Regierungstruppen den illegalen Einsatz von Landminen vor. Die Gaddafi-treuen Streitkräfte hätten in der Wüste rund um Brega Zehntausende Minen verlegt, hieß es aus Kreisen der Aufständischen.

«Wir leiden noch immer unter den Landminen, die aus dem Zweiten Weltkrieg übrig geblieben sind und jetzt verlegen Gaddafis Brigaden noch mehr Minen», sagte der Minenexperte der Rebellen, Oberst Ahmed Bosibable. «Die Landminen wurden willkürlich und unsystematisch verlegt, damit sie schwerer zu finden sind. Das ist international verboten.»

«Wir werden Brega nicht aufgeben»

Unterdessen erklärte Regierungssprecher Mussa Ibrahim in Tripolis, bei den Kämpfen um Brega seien in den vergangenen fünf Tagen über 500 Aufständische getötet worden. Die Rebellen hingegen hatten in den vergangenen Tagen lediglich rund zwei Dutzend Tote gemeldet.

Ibrahim erklärte erneut, die Truppen Gaddafis würden Brega um jeden Preis verteidigen. «Wir werden Brega nicht aufgeben, auch wenn das den Tod von Tausenden Rebellen und die Zerstörung der Stadt bedeutet», sagte der Regierungssprecher. «Wir werden Brega in die Hölle verwandeln.»

Direkte Gespräche zwischen USA und Gaddafi-Regime

Zwischen den USA und dem Regime des libyschen Machthabers Muammar al Gaddafi ist es nach einem Bericht des US-Fernsehsender CNN am Wochenende zu direkten Gesprächen gekommen. Über den Inhalt der Gespräche machten Washington und Tripolis widersprüchliche Angaben.

CNN zitierte am Montag (Ortszeit) einen ranghohen Beamten des Außenministeriums in Washington, nach dessen Worten die dreistündige Unterredung «ein einmaliges Treffen war, um eine klare Botschaft zu senden» und kein Beginn von Verhandlungen. Zweck des Gesprächs sei lediglich gewesen, «zu übermitteln, dass Gaddafi gehen muss», hieß es.

Ein Sprecher der libyschen Regierung nannte die Beratungen vom Samstag hingegen einen «ersten Schritt», wie der Sender weiter meldete. Bei dem Treffen sei es um eine Erneuerung der Beziehungen zwischen Tripolis und Washington gegangen, sagte Musa Ibrahim. Libyen «begrüßt weitere Schritte» seitens der USA.

Nach Angaben eines US-Vertreters nahmen der US-Staatssekretär für den Nahen Osten, Jeffrey Feltman, sowie der aus Tripolis abgezogene US-Botschafter in Libyen, Gene Cretz, an dem Treffen teil. Wie der US-Fernsehsender CNN unter Berufung auf einen libyschen Regierungssprecher berichtete, fand es in Tunesien statt.

Die USA haben Gaddafi bereits mehrfach zum Rückzug aufgerufen. In der vergangenen Woche hatte die internationale Libyen-Kontaktgruppe den Nationalen Übergangsrat der Aufständischen als offizielles Organ mit Regierungsvollmacht anerkannt.

L'essentiel Online/sda/dapd

Deine Meinung