Nach tödlichem Unfall – «Wir wollen Gerechtigkeit»

Publiziert

Nach tödlichem Unfall«Wir wollen Gerechtigkeit»

REICHLINGEN – Vier Monate nach dem tragischen Verkehrstod des damals 17-jährigen Philippe Tinelli wartet seine Familie noch immer auf Antworten.

Vor vier Monaten starb Philippe nach einem schweren Verkehrsunfall. Vier Monate später macht ein Appel seiner Schwester auf Facebook tausende betroffen.

Vor vier Monaten starb Philippe nach einem schweren Verkehrsunfall. Vier Monate später macht ein Appel seiner Schwester auf Facebook tausende betroffen.

Screenshot

Seit dem 17. Dezember 2012 ist nichts mehr wie es war für die Familie von Philippe Tinelli. Auf dem Weg zum Schulbus überquerte der damals 17-Jährige aus Reichlingen die Straße und wurde überfahren. Philippe erlag am folgenden Tag seinen schweren Verletzungen.

Vier Monate später fühlt sich seine Familie alleingelassen: «Wir wissen nicht, wo wir dran sind und weder Polizei, noch Justiz sagen uns irgendetwas», erklärt Philippes Schwester, Sandra Tinelli. «Manchmal haben wir das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden.» Am Mittwoch, auf den Tag genau vier Monate nach dem Unfall, hat Sandra ihren Frust über Facebook herausgelassen. Ihre Nachricht zusammen mit dem Foto ihres jüngeren Bruders wurden seither tausende Male geliked und geteilt.
Ein Beweis dafür, wie «Philippes Schicksal die Menschen betroffen macht», meint Sandra. «Wir wollen nun Gerechtigkeit und unsere Trauerarbeit beginnen.»

«Philipps Fall soll abgeschlossen werden»

Am 3. April hätte Philippe zusammen mit seinem Zwillingsbruder seinen 18. Geburtstag feiern sollen. «Stattdessen saßen wir an seinem Grab, meine große Schwester, meine beiden Brüder, meine Eltern und ich. Am 6. April haben wir eine Gedenkfeier veranstaltet und die ganze Familie und viele seiner Freunde dazu eingeladen.»

Die junge Frau sagt, ihr sei bewusst, dass jeden Tag viele andere schlimme Dinge passieren. «Aber jeder Fall muss ernsthaft bearbeitet werden. Ich sage damit nicht, dass Polizei und Justiz ihre Arbeit nicht gut machen. Ich möchte nur auf den Fall aufmerksam machen, damit sich etwas bewegt. Wir wollen, dass Philipps Fall abgeschlossen wird.»

(L'essentiel Online/Jérôme Wiss)

Deine Meinung