Asiana-Crash – «Wir wollen wissen, was passiert ist»

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Asiana-Crash«Wir wollen wissen, was passiert ist»

Nach der Bruchlandung in San Francisco muss die Cockpit-Crew zum Verhör antraben. Die Piloten müssen Auskunft geben, warum sie beim Landeanflug viel zu langsam waren.

Nach dem folgenschweren Flugzeugcrash in San Francisco haben die US-Ermittler mit der Vernehmung der Besatzungsmitglieder der verunglückten Maschine begonnen. Das vierköpfige Cockpit-Personal werde zur viel zu niedrigen Geschwindigkeit beim Landeanflug befragt, sagte die Chefin der US-Verkehrssicherheitsbehörde (NTSB), Deborah Hersman.
Die Auswertung der Flugschreiberdaten habe ergeben, dass die Landegeschwindigkeit der Boeing 777 beim Aufprall nur 106 Knoten (196 Kilometer pro Stunde) betragen habe. Die empfohlene Geschwindigkeit liegt bei 137 Knoten (254 Kilometer pro Stunde). «Wir werden genau feststellen, was passiert ist, wann es passiert ist und wie es passiert ist», sagte Hersman bei einer Pressekonferenz am Montag in San Francisco.

Hersman betonte, dass die Verantwortung für die Landegeschwindigkeit bei der Besatzung und nicht bei den Fluglotsen liege. Den ersten Erkenntnissen der Ermittler zufolge hätten beide Motoren des Jets funktioniert. Auch die Landekurve des Flugzeugs sei normal verlaufen, sagte Hersman.

Pilot noch im Training

Bei der Suche nach den Ursachen des Unglücks rückte die Crew von Air Asiana in den Mittelpunkt. Die Fluggesellschaft teilte mit, dass der Pilot noch im Training mit der Boeing 777 gewesen sei und mit diesem Flugzeugtyp erst 43 Flugstunden absolviert habe.

Allerdings hatte der 46-Jährige nach Airline-Angaben insgesamt schon mehr als 9000 Flugstunden verbucht und konnte sich zudem auf einen erfahrenen Ausbilder als Ko-Piloten stützen. Air Asiana wies Spekulationen über einen Pilotenfehler als «unerträglich» zurück.

An Bord des Fluges von Shanghai über Seoul nach San Francisco waren 291 Passagiere und 16 Mitglieder des Bordpersonals. 123 Insassen kamen unverletzt davon. Zwei Chinesinnen im Alter von 15 und 16 Jahren starben, alle übrigen 182 Menschen an Bord wurden zum Teil schwer verletzt.

Mädchen möglicherweise überfahren

San Franciscos Feuerwehrchefin Joanne Hayes-White musste einräumen, dass eines der beiden gestorbenen Mädchen möglicherweise von einem herbeieilenden Löschfahrzeug überrollt und tödlich verletzt wurde.

«Das könnte im Chaos passiert sein», sagte sie der Zeitung «San Francisco Chronicle». Einem Gerichtsmediziner zufolge wies die Jugendliche jedenfalls keine schweren Brandwunden auf.

(L'essentiel Online/pbl/sda)

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