Luxemburg – Wird der Luftraum bald von Deutschland aus überwacht?

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LuxemburgWird der Luftraum bald von Deutschland aus überwacht?

LUXEMBURG – Trotz harscher Kritik: Verkehrsminister Bausch könnte am 9. Juni verkünden, dass die Luftraumüberwachung endgültig an eine Fremdfirma vergeben wird.

Die Regierung will die Luftraumüberwachung outsourcen.

Die Regierung will die Luftraumüberwachung outsourcen.

DPA/Ralf Hirschberger

Experten der luxemburgische Luftfahrtbehörde ANA und des Verkehrsministeriums prüfen seit dem Jahr 2014 die Möglichkeit, die Überwachung des Luftraums über dem Großherzogtum an einen externen Anbieter zu geben. Dies soll den Staatsetat erleichtern. Zuvor hatte das Unternehmen Belgocontrol die Nase vorn. Der belgische Staatsbetrieb leidet jedoch unter einem chronischen Defizit. Dem Vernehmen nach zieht die Regierung eher die Lösung vor, die die Deutsche Flugsicherung (DFS) vorgeschlagen hat.

Die Ausgliederung der Luftraumüberwachung wird von den 16 Organisationen im luxemburgischen Luftfahrtsektor nicht begrüßt. «Die nationale Souveränität wird auf null reduziert, da alle operationalen Entscheidungen inklusive der Flugbahnen für Ankunft und Abflug, im Ausland getroffen werden», sagt Claude Schmit, Präsident der Fluglotsenvereinigung LACA. «Wenn das realisiert wird, gibt das Großherzogtum endgültig die komplette Kontrolle über seinen Luftraum ab. Das kann man nicht mehr rückgängig machen, da die Kompetenzen auf der nationalen Ebene nicht mehr exisitieren.» Die Laca befürchtet zudem, dass den existierenden Fluglotsen weniger interessante Aufgaben zugeteilt werden – zum Beispiel das Bodenradar zu managen oder Flugzeuge in Parkpositionen zu leiten.

Verkehrsministerium ist für Ausgliederung

Verkehrsminister François Bausch (Déi Gréng) will dem nicht zustimmen. In einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage beruft er sich auf Artikel 28 der Chicago-Konvention. Die besagt, dass Staaten nicht dazu verpflichtet sind, ihren Luftraum selbst zu überwachen. «Das bedeutet keinen Souveränitätsverlust, da es der Staat ist, der die Bedingungen aufstellt, die die Betreiber erfüllen müssen.»

Laut Bausch ist das Ziel der Kooperation, die Dienstleistungen am Flughafen zu optimieren und das Management der Flüge weiterzuentwickeln. «Es wird immer eine Luftraumüberwachung in Luxemburg geben», sagt der Minister. «Möglicherweise sogar mit größeren Kompetenzen.»

(Pascal Piatkowski/L'essentiel)

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