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Lockdown in LuxemburgWird der Wiedereinstieg für Schüler freiwillig?

LUXEMBURG - Die Lehrergewerkschaften fordern, dass nicht alle Schüler zur gleichen Zeit zurückkommen und plädieren für freiwilligen Unterricht für die Abschlussklassen.

Die Abschlussklassen sollen ab dem 4. Mai wieder die Schulbank drücken.

Die Abschlussklassen sollen ab dem 4. Mai wieder die Schulbank drücken.

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Die Stimmen, die eine Wiederaufnahme des Unterrichts an Luxemburger Schulen erst wieder im September fordern, werden immer lauter. Gleichzeitig arbeitet die Regierung mit den verschiedenen Akteuren des nationalen Bildungssystems daran, den Schülern die Rückkehr in die Schule im Mai zu ermöglichen. Geplant ist die Wiederaufnahme des Unterrichts nach aktuellem Stand ab dem 4. Mai, dann sollen die Abschlussklassen und die Schüler des ersten Zyklus wieder in die Einrichtungen zurückkehren. Die übrigen Schüler der weiterführenden Schulen sollen am 11. Mai und die anderen Grundschüler am 25. Mai folgen.

Dieser Zeitplan überzeugt die Lehrergewerkschaften nicht ganz. UNEL und SEW-OGBL sind daher der Meinung, dass es «nicht vorteilhaft ist, alle Klassen der Sekundarstufe gleichzeitig wieder in die Schulen zu schicken», da sie «neben dem Risiko für die Gesundheit auch übereiltes Handeln» seitens der Schulleitungen befürchten, da sich die Coronavirus-Epidemie weiter ausbreitet.

Stattdessen würden die Gewerkschaften eine Rückkehr in die Schule, verteilt über die Wochen des 11., 18. und 25. Mai, vorziehen. Die SEW-OGBL und die UNEL stimmen grundsätzlich einer Öffnung der Schulen am 4. Mai zu. Sie möchten jedoch, dass die betreffenden Schüler auf freiwilliger Basis am Unterricht teilnehmen können.

Entscheidungen könnten bei Bedarf angepasst werden

«Die Schülerinnen und Schüler stehen nun seit fast fünf Wochen in virtuellem Kontakt mit ihren Lehrern, und UNEL und SEW-OGBL glauben, dass diese obligatorische Unterrichtswoche für die Schülerinnen und Schüler nicht von großem Nutzen sein wird. Neben dem Ansteckungsrisiko muss berücksichtigt werden, dass der Rhythmus ganz anders sein wird, als es die Schüler gewöhnt sind, und dass dies die Abiturienten mehr als alles andere stören könnte», begründen die Gewerkschaften ihre Haltung.

Von L'essentiel zu der Möglichkeit einer freiwilligen Teilnahme am Unterricht befragt, wollte das Bildungsministerium sich zu den Vorschlägen nicht direkt äußern. Das Ministerium verwies auf die bekannten Termine betonte aber auch, dass diese nicht in Stein gemeißelt seien. «Die für die Wiederaufnahme vorgesehenen Termine sind diejenigen, die von der Regierung beschlossen und mitgeteilt wurden. Wie schon seit Beginn der Krise wird die Entwicklung der Lage von den Gesundheitsbehörden genau beobachtet. Wie für alle übrigen Sektoren auch, können einzelne Entscheidungen gegebenenfalls den Entwicklungen angepasst werden.», sagte ein Sprecher des Ministeriums gegenüber unserer Zeitung.

(Thomas Holzer/L'essentiel)

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