«Putin müsste eliminiert werden» – Abgeordnete reagieren auf Asselborns Putin-Attacke
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«Putin müsste eliminiert werden»Abgeordnete reagieren auf Asselborns Putin-Attacke

LUXEMBURG – Außenminister Jean Asselborn hat die «physische Eliminierung» des russischen Präsidenten als «wahrscheinlich einzige Lösung» zur Beendigung des Krieges in der Ukraine bezeichnet. Eine Aussage, die heiß diskutiert wird.

Außenminister Jean Asselborn hält die Eliminierung des russischen Präsidenten für die einzige Möglichkeit, den Krieg in der Ukraine schnell zu beenden.

Außenminister Jean Asselborn hält die Eliminierung des russischen Präsidenten für die einzige Möglichkeit, den Krieg in der Ukraine schnell zu beenden.

Editpress

Der Ton des Westens gegenüber Wladimir Putin verschärft sich weiter. Nachdem der britische Premierminister Boris Johnson ihn als Diktator bezeichnet hatte und der französische Wirtschaftsminister Bruno Le Maire von einem «totalen Wirtschaftskrieg gegen Russland» sprach, ging der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn noch weiter und erklärte am Mittwoch bei Radio 100,7, dass die «physische Eliminierung von Wladimir Putin die wahrscheinlich einzige Lösung» sei, um den Konflikt zu beenden. Auch Asselborn bezeichnete den russischen Präsidenten als «Banditen und Diktator».

Vor einigen Wochen noch hätte sich Asselborn nicht vorstellen können, dass man einem Land, das sich im Krieg befindet, Waffen liefert, so der LSAP-Politiker am Dienstag in der Abgeordnetenkammer. Noch vor weniger als einem Monat hat er noch von der «Möglichkeit eines Dialogs mit Russland» gesprochen. Daran glaube er heute nicht mehr: «Nicht mit Putin als Präsident», sagte Asselborn.

Die Desinformation in Russland und die Unterdrückung jeglicher Opposition hätten es Putin ermöglicht, die Macht zu behalten – und das trotz der Verbrechen, die sein Regime begangen hat, erklärte Asselborn. «Wenn das russische Volk wüsste, wie viele Tote er auf dem Gewissen hat, würde der Kreml gestürzt werden», so der Außenminister, der glaubt, dass der Krieg in der Ukraine «jetzt erst richtig beginnt. Mit vielen zivilen Opfern».

«Ich weiß, dass ein Außenminister solche Wörter nicht verwenden sollte»

Am Mittwochnachmittag erklärte der Außenminister in einer Pressemitteilung, dass ihm die beiden Wörter «rausgerutscht» seien und es ein Fehler war. «Ich weiß, dass ein Außenminister solche Wörter nicht verwenden sollte. Ich akzeptiere die Kritik, aber ich werde nicht den Kopf in den Sand stecken», so der luxemburgische Chefdiplomat dann.

Der CSV-Vorsitzende Claude Wiseler bedauerte, dass der Minister «Öl ins Feuer gießt», auch wenn er dessen Wut teile. «Putin ist ein Aggressor, aber die Formulierung ist inakzeptabel», kommentierte Nathalie Oberweis (déi Lénk). Fernand Kartheiser (ADR) forderte «den Rücktritt des Ministers, der bereits seinen tausendsten Ausrutscher hat». Die Abgeordnete Simone Beissel (DP), Mitglied des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten, reagierte: «Das sind Äußerungen, die wir alle manchmal außerhalb des Mikrofons machen, weil wir verzweifelt sind, wenn wir sehen, dass Herr Putin verrückt geworden ist. Die Äußerung ist etwas trocken, aber man muss ihn entschuldigen. Er kann nicht mehr schlafen, er muss sich mit der geopolitischen Situation und der Ankunft der Flüchtlinge auseinandersetzen. Er steht unter großem Druck.» Die russische Botschaft reagierte nicht auf Anfragen von L'essentiel.

(L'essentiel)

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