IT-Industrie – Wo Praktikanten monatlich 10.000 Euro verdienen

Publiziert

IT-IndustrieWo Praktikanten monatlich 10.000 Euro verdienen

Ob Snapchat, Pinterest oder Yelp – bei Unternehmen im Silicon Valley verdienen viele Praktikanten ungleich mehr als ihre Luxemburger Pendants.

Nach Praktika in den Software-Abteilungen von Facebook und Pinterest tritt der US-Student Rodney Folz schon bald ein weiteres Praktikum beim Empfehlungsportal Yelp im Silicon Valley an. Während Studienabgänger sich hierzulande oft ärgern, wenn sie von einem Praktikum ins nächste rutschen, beschwert sich Folz nicht. Wieso sollte er auch? Sein neuer Arbeitgeber zahlt Praktikanten im Durchschnitt 6300 Euro plus 3800 Euro Mietzuschuss im Monat.

Aus Neugier startete Folz kürzlich via Google Docs eine Umfrage, die er an seine Kommilitonen an der Elite-Uni UC Berkeley sowie an Studenten anderer Unis schickte. 503 Studenten, die im kommenden Sommer ein Praktikum bei einem Unternehmen im Silicon Valley absolvieren werden, beantworteten seine Fragen bezüglich Lohn, Branche und Aufgaben anonym. Die Ergebnisse dürften hierzulande nicht nur bei Praktikanten für Neid sorgen.

Bis zu 10.000 Euro Mietzuschuss

Laut der Umfrage verdienen Praktikanten in den Bereichen Computerwissenschaften, Ingenieurwesen sowie Design und Produktmanagement im Durchschnitt einen Grundlohn von umgerechnet 5900 Euro. Drei zukünftige Snapchat-Praktikanten gaben sogar Monatslöhne zwischen 7800 und 9.500 Euro an – plus Zulagen von knapp 1400 Euro.

Google und das amerikanische Live-Streaming-Videoportal Twitch überraschen vor allem mit immensen Extra-Zahlungen. So soll Google einen Grundlohn von 5700 Euro und 7800 Euro Zulage bezahlen, Twitch 6300 Euro plus sage und schreibe 9.000 Euro Zuschuss für Miete und andere Auslagen. Letzteres bestätigte Twitch gegenüber Bloomberg.com. Dagegen klingt der monatliche Praktikanten-Verdienst von 5800 Euro plus knapp 900 Euro Zuschuss zum Mietzins bei Apple schon fast lächerlich.

Folz teilte die komplette Liste der Brutto-Löhne ohne Zuschüsse via Twitter und stieß damit auf großes Interesse in den Medien – allerdings nicht so, wie es sich der Student erhofft hatte. Er empfinde die Löhne als fair, da Praktikanten einen großen Teil zum Erfolg von Unternehmen beitragen würden, schreibt er. Mit der Veröffentlichung der Zahlen habe er lediglich die Diskussion um bessere Praktikumslöhne in anderen Branchen anstoßen wollen. Stattdessen hätten die Medien jedoch vor allem getitelt, dass Anfänger im Silicon Valley zu viel verdienten, was ihn ärgere.

(L'essentiel/lia)

Deine Meinung