Leserantworten – Wohnungskrise in Luxemburg sorgt für Frust

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LeserantwortenWohnungskrise in Luxemburg sorgt für Frust

LUXEMBURG – Die Wohnungskrise im Großherzogtum spitzt sich weiter zu. Unsere Leser haben uns ihre persönlichen Geschichten erzählt.

Der Traum vom Eigenheim bleibt für viele nur das – ein Traum.

Der Traum vom Eigenheim bleibt für viele nur das – ein Traum.

Unsplash/Michal Jarmoluk

«Wir brauchen jetzt Wohnungen, nicht erst in zehn Jahren.» Mit dieser Aussage wurde vor zwei Wochen die Debatte zur Wohnungskrise in der Chamber eingeleitet. Mindestens 30.000 Menschen brauchen derzeit dringend bezahlbaren Wohnraum in Luxemburg – die Dunkelziffer wird von den Abgeordneten noch deutlich höher vermutet. Eine Situation, die den Einwohnern des Großherzogtums Angst macht. Unsere Leser haben uns ihre Geschichten erzählt.

Rentner Claude (65) habe «44 Jahre lang auf drei Schichten in Luxemburg gearbeitet» – eine Wohnung im Großherzogtum scheint für ihn allerdings ein unerreichbares Ziel zu sein. Nach Schicksalsschlägen habe er sich in Deutschland niedergelassen, würde aber gerne in sein Heimatland zurückkehren. «Aber als Rentner bin ich der Regierung egal, an mir ist jetzt nichts mehr zu holen», kommentiert der 65-Jährige die für ihn frustrierende Situation.

Antonio versucht sein Glück über den Fonds de Logement – bereits seit fünf Jahren, schreibt er. «Ich suche eine Einzimmerwohnung, aber jedes Mal wird mir gesagt, dass noch viele andere vor mir auf der Liste stünden», beschreibt er seine Lage, «obwohl ich weiß, dass es leerstehende Wohnungen gibt».

Selbst wer denkt, eine für sich bezahlbare Wohnung gefunden zu haben, könnte vom Gespräch mit der Bank ernüchtert werden, wie Irina schreibt. «Ich habe im Jahr 2020 eine Wohnung für 300.000 Euro gesucht und gefunden. Allerdings hat meine Hausbank mir den Kredit nicht gewährt, weil mir 150 Euro gefehlt haben», erzählt sie uns. Nach ihrer Beförderung habe sie zwar das Geld gehabt, allerdings seien zu dem Zeitpunkt die Preise bereits wieder explodiert. «Jetzt lebe ich in einer WG in einem 15-Quadratmeter-Zimmer, das mich 950 Euro monatlich kostet – fast mein halbes Gehalt.»

« Die Situation sorgt für eine Menge Frust »

Berufseinsteiger, die vom Eigenheim träumen, schieben die Umsetzung des Traums finanziell bedingt immer weiter nach hinten, oder müssen ihre Pläne ändern. «Als Berufseinsteiger, der den Mindestlohn verdient, kann ich es vergessen, hier eine Wohnung zu finden. Jetzt ist der Plan, dass meine Eltern ein kleines Apartment kaufen, in dem ich zur Miete wohnen kann», kommentiert ein weiterer Leser.

Nicht einmal eine stabile Finanzlage sei ein Garant für bezahlbaren Wohnraum. «Mein Mann und ich arbeiten seit 15 Jahren in Luxemburg. Er ist Direktor einer Bank, ich Risk Managerin. Und trotzdem finden wir kein einfaches Haus mit einem kleinen Garten für unsere Kinder. Die Situation sorgt für eine Menge Frust», gesteht eine Leserin.

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(Liz Mikos/L'essentiel)

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