Angeblicher Bitcoin-Erfinder – Wright darf 50-Milliarden-Schatz behalten

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Angeblicher Bitcoin-ErfinderWright darf 50-Milliarden-Schatz behalten

Ein Gericht in Florida hat entschieden, dass der Australier Craig Wright alleiniger Besitzer des Kryptoschatzes ist. Noch immer weiß man nicht, wer hinter Satoshi Nakamoto steckt.

Craig Wright ist alleiniger Besitzer von 1,1 Millionen Bitcoin und sitzt damit auf einem Vermögen von umgerechnet knapp 50 Milliarden Euro. Zu diesem Schluss kam ein Gericht in Florida. Zuvor beanspruchte die Familie von David Kleiman, einem Geschäftspartner von Wright, der 2013 verstarb, die Hälfte der Coins.

0,2 Prozent ans Unternehmen

Die Anwälte von Kleiman konnten das Gericht nicht davon überzeugen, dass Wright und Kleiman sich in einer Geschäftspartnerschaft befanden und die Krypto-Coins gemeinsam geschürft haben. Das Gericht sprach dem Joint-Venture-Unternehmen, das die beiden Männer gemeinsam gegründet hatten, allerdings 100 Millionen US-Dollar zu. Diese Summe entspricht etwa 0,2 Prozent der 1,1 Millionen Bitcoins.

Die Anwälte von Davids Bruder Ira Kleiman warfen Wright vor, die gemeinsame Geschichte der beiden nach Kleimans Tod geändert zu haben. Wright hingegen bestritt stets, dass er und Kleiman als Partner Bitcoin geschürft hätten. Seine Anwälte verwiesen darauf, dass es nie eine schriftliche Abmachung zwischen den beiden gegeben habe und Wright autistisch sei, was die Kommunikation mit ihm erschwere. Deshalb hätten die beiden wohl eine unterschiedliche Vorstellung einer Partnerschaft gehabt, wie der «Guardian» schreibt.

Wer hat's erfunden?

Der Prozess sorgte vor allem für Aufsehen, weil sich Craig Wright mehrfach als Satoshi Nakamoto ausgab. Unter diesem Pseudonym tauchten 2008 erstmals Bitcoin auf, hinter dem Namen dürfte sich also der geistliche Vater von Bitcoin verstecken. Bislang fehlen jegliche Beweise, obwohl Wright versprach, dass er nach Ende des Prozesses einen solchen erbringen würde.

Die 1,1 Millionen Bitcoin, um die es im Rechtsstreit ging, stammen aus den ersten Jahren nach der Einführung der Kryptowährung und wurden seither nicht für Transaktionen genutzt. Krypto-Enthusiasten forderten Wright in der Vergangenheit wiederholt dazu auf, einen der Bitcoins auf ein anderes Wallet, also Konto, zu verschieben. So wäre zumindest bewiesen, dass Wright auf die Coins Zugriff hat und schon seit langer Zeit in der Krypto-Szene aktiv ist. Der Australier will nun einen Großteil der Bitcoins an wohltätige Zwecke spenden. Spätestens dann wird sich zeigen, ob die Bitcoins zugänglich sind.

(L'essentiel/Benedikt Hollenstein)

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