Berlin – Wutbrief einer beklauten Mutter bewegt Tausende

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BerlinWutbrief einer beklauten Mutter bewegt Tausende

Die schriftliche Schimpftirade der alleinerziehenden Sabine hat die Herzen der Berliner erwärmt.

Klare Worte: Der Aushang in Berliner U-Bahnstationen geht viral.

Klare Worte: Der Aushang in Berliner U-Bahnstationen geht viral.

notesofberlin.com

Sabine wurde in einer Berliner U-Bahn bestohlen: Bargeld, Billett sowie alle Karten und Ausweise sind weg. Und das ausgerechnet am Dienstagmorgen – am Nikolaus-Tag. Die alleinerziehende Mutter Sabine reagierte stinksauer: Ihrem Ärger machte sie in Aushängen Luft, die sie an mehreren Stationen im Ostteil Berlins aufhängte, so Spiegel.de.

Die Notiz sorgt aus zwei Gründen für Aufmerksamkeit. Einerseits wegen der raubeinigen Wortwahl, denn Sabine hat lediglich Kraftausdrücke für den Übeltäter übrig. Andererseits, weil der Aushang die Herzen der Leser berührte: Der Wutausbruch der alleinerziehenden Mutter beschreibt ihre beklemmende finanzielle Situation. «Behalte die 30 Euro in Geld, die meine Kinder und mich über die Woche bringen sollten, aber gib mir meine Papiere wieder» schreibt Sabine dem Dieb. Eine neue Fahrkarte würde 140 Euro kosten. Das bereits dafür ausgegebene Geld sei jetzt «für die Tonne». Die verzweifelte Frau bietet für eine Rückführung ihrer Papiere sogar einen Finderlohn für 30 Euro.

Überschüssiges Geld wird weitergespendet

Dem Zettel zur viralen Verbreitung verholfen hat der Berliner Blog «Notes of Berlin», der sich der Sammlung von Notizen verschrieben hat, die die Hauptstadt täglich neu schmücken. Mehrere Personen haben sich auf das gepostete Bild des Aushangs in Friedrichshain bereits beim Stadtblog gemeldet, um der alleinerziehenden Mutter durch Geldspenden unter die Arme zu greifen. Der Blog hat zudem verkündet, selber 50 Euro zu den eingegangenen Spenden der Leser dazuzulegen.

«Notes of Berlin» stellt für Spendefreudige den Kontakt zu Sabine her – und legt noch 50 Euro oben drauf. (Bild: notesofberlin.com)

Sabine, die anonym bleiben möchte, ist von der Hilfsbereitschaft der Berliner überrascht. «Ich habe nie mit so einer Anteilnahme gerechnet», sagte sie zu «Notes of Berlin». Falls sie mehr Geld zugeschickt bekommt, als sie benötigt, möchte sie dies spenden. Und zwar an eine Berliner Organisation zur Unterstützung von hilfsbedürftigen Müttern.

Wie «Notes of Berlin» über Facebook mitteilte, sind bereits über 750 Euro für Sabine zusammengekommen. Sabine hätte sich mit 300 Euro zufriedengegeben, der Betrag reiche ihr zur Kostendeckung der gestohlenen Sachen. Mit einem Post macht der Stadtblog darauf aufmerksam, dass weitere Spenden willkommen sind, da das Geld an die von Sabine gewünschte Hilfsorganisation gespendet wird.

(L'essentiel/sep)

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