«Von Verschwörungen geblendet»: Xavier Naidoo entschuldigt sich für Skandal-Aussagen

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«Von Verschwörungen geblendet»Xavier Naidoo entschuldigt sich für Skandal-Aussagen

In den letzten Jahren sorgte der Sänger mit antisemitischen und verschwörungstheoretischen Aussagen für Aufregung und galt als Corona-Leugner. Jetzt hat er sich dafür entschuldigt.

von
Lara Hofer
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Entschuldigt sich für seine «irritierenden und provozierenden» Aussagen: Xavier Naidoo (50).

Entschuldigt sich für seine «irritierenden und provozierenden» Aussagen: Xavier Naidoo (50).

Youtube/Xaviernaidoo
In einem dreiminütigen Video bittet der deutsche Sänger um Verzeihung. «Ich war von Verschwörungserzählungen geblendet und habe sie nicht genug hinterfragt. Ich habe Dinge gesagt und getan, die ich heute bereue», so der Musiker.

In einem dreiminütigen Video bittet der deutsche Sänger um Verzeihung. «Ich war von Verschwörungserzählungen geblendet und habe sie nicht genug hinterfragt. Ich habe Dinge gesagt und getan, die ich heute bereue», so der Musiker.

Youtube/Xaviernaidoo
In den letzten zwei Jahren zweifelte der Sänger öffentlich an der Existenz des Coronavirus.

In den letzten zwei Jahren zweifelte der Sänger öffentlich an der Existenz des Coronavirus.

imago images/Tinkeres

In den vergangenen Jahren sorgten die öffentlichen Aussagen von Xavier Naidoo immer wieder für Empörung. So zweifelte er etwa offenkundig an der Existenz des Coronavirus, äußerte sich antisemitisch und erzählte in einem Video, dass hinter der «Fridays For Future»-Klimabewegung der Teufel stecke. Einige seiner Songinhalte wurden zudem als homophob und rassistisch kritisiert, der Sänger glaubte an die Reichsbürger-Theorie und wurde gar wegen Volksverhetzung angeklagt. Jetzt folgte jedoch die Kehrtwende.

In einem dreiminütigen Youtube-Video mit dem Titel «One Love», welches der Musiker am Dienstagabend auf seinem Kanal sowie auf Instagram veröffentlichte, entschuldigt sich der 50-Jährige überraschend für seine Aussagen aus der Vergangenheit. Der Auslöser für den Sinneswandel: der Ukraine-Krieg.

«Ich befand mich auf Irrwegen»

Die «brutale Invasion» in der Ukraine habe ihn aufgerüttelt, zumal seine Frau aus der Ukraine stamme und der Sänger in den vergangenen Wochen einige Familienmitglieder aus dem Land holen musste. Das Leid, das durch die russische Invasion verursacht wird, habe ihm die Augen geöffnet. «Ich musste mich kritischen Fragen zu Äußerungen von mir in der Vergangenheit stellen. Das war ein Grund für mich, mich zu hinterfragen», so der 50-Jährige im Video.

Sein Fazit: «Ich habe erkannt, auf welchen Irrwegen ich mich teilweise befunden habe. Und dass ich in den letzten Jahren viele Fehler gemacht habe.» Es sei ihm bewusst geworden, dass er Familie und Fans mit verstörenden Äußerungen «irritiert und provoziert» habe. Auf der «Suche nach der Wahrheit», habe sich der Sänger «letztlich verrannt»: «Ich habe mich Theorien und Gruppierungen geöffnet, von denen ich mich ohne Wenn und Aber distanziere. Ich war von Verschwörungserzählungen geblendet und habe sie nicht genug hinterfragt.»

Er habe sich auch teilweise instrumentalisieren lassen und den Bezug zur Realität verloren. «Ich habe Dinge gesagt und getan, die ich heute bereue.» Der Mannheimer Musiker wolle sich nun von seiner extremen Vergangenheit trennen. «Ich distanziere mich von allen Extremen, Rechten und verschwörerischen Gruppen. Nationalismus, Rassismus, Homophobie und Antisemitismus sind mit meinen Werten nicht vereinbar», sagte der 50-Jährige und fasst abschließend zusammen: «Ich entschuldige mich und bitte um Verzeihung.»

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