Wirtschaftsmission in Südkorea: Yoon Suk-yeol sagt Luxemburger Delegation kurzfristig ab

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Wirtschaftsmission in SüdkoreaYoon Suk-yeol sagt Luxemburger Delegation kurzfristig ab

SEOUL/LUXEMBURG – Das Treffen mit Südkoreas Präsidenten bei der Eröffnung des «Korea Space Forum» hätte einer der Höhepunkte der Luxemburger Wirtschaftsmission sein können. Daraus wurde – zumindest für manche – nichts.

von
Miriam Meinecke
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Das luxemburgische Wirtschaftsministerium und das koreanische Ministerium für Wissenschaft haben ein «Memorandum of Understanding» (MoU) unterzeichnet.

Das luxemburgische Wirtschaftsministerium und das koreanische Ministerium für Wissenschaft haben ein «Memorandum of Understanding» (MoU) unterzeichnet.

SIP
Wissenschaftsminister Lee Jong-ho (links) und Wirtschaftsminister Franz Fayot.

Wissenschaftsminister Lee Jong-ho (links) und Wirtschaftsminister Franz Fayot.

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Prall gefüllt ist der Terminkalender der 87-köpfigen Wirtschaftsmission mit offizieller und Unternehmensdelegation nach Südkorea. Sightseeing, Pressekonferenz und abendliches Come-together standen am ersten Tag direkt nach dem langen Hinflug an. Nach einer kleinen Verschnaufpause ging es am Montagmittag für Erbgroßherzog Guillaume und Wirtschaftsminister Franz Fayot (LSAP) mit teils exklusiven, teils begleiteten Terminen weiter. Unter anderem stand die Unterzeichnung einer gemeinsamen Absichtserklärung von Minister Fayot und dem koreanischen Minister für Wissenschaft, Lee Jong-ho, auf dem Programm. Im Focus: die Raumfahrt.

Etwas überraschend dürfte für viele sein, dass im Technikland Korea ausgerechnet das Großherzogtum beim Thema Space als Leader gilt, von dem das ostasiatische Land profitieren will. Die künftige Zusammenarbeit stelle er sich als Kontinent-übergreifenden Austausch vor, so Minister Lee, «in Art eines Hubs». Das Abkommen verschriftlicht das Vorhaben der Länder, den Transfer von Informationen, Personal und Expertise in den Bereichen Wissenschaft, Technologie und Anwendungen zu erleichtern und soll Anreize für künftige Kooperationen schaffen.

Koreas Präsident plant um

Passend zum Thema startete am Montagnachmittag das vierte «Korea Space Forum», zu dessen Eröffnung sich im Laufe der Reiseplanung auch der koreanische Präsident Yoon Seok-yeol angekündigt hatte. Kurzfristig waren nur noch Luxemburgs offizielle Vertreter zu diesem Termin geladen, die Presse und Wirtschaftsdelegation waren nicht mehr erwünscht. Letztere durften zumindest nach Yoons Besuch noch zum Forum. Seine Ambition, wie man nach der Veranstaltung hörte: Korea solle bis 2035 zu einer der fünf führenden Space-Nationen gehören.

Während die Visionen der Politik manch einem wenig greifbar erscheinen mögen, haben mitgereiste Unternehmen auch ganz konkrete Ziele. Darunter das Start-Up Yuri. Angelockt von einem Luxemburger Förderprogramm und den «kurzen Wegen» – im Vergleich zur Bürokratiemühle Deutschland – wie uns Christian Bruderrek, einer der Gründer, erklärte, betreibt das vom Bodensee stammende New-Space-Unternehmen seit 2021 einen Entwicklungsstandort mit rund 15 Beschäftigten in Belval. «Wir schicken programmierte Mini-Labore für Experimente ins All», so Bruderrek. In Südkorea wolle man nun den Kontakt zur Luxembourg Space Agency ausbauen, Südkoreas Marktmöglichkeiten auskundschaften und bestenfalls auch neue Kunden gewinnen.

Damit Luxemburgs Bemühungen, vielversprechende Start-Ups anzuziehen, weiter Früchte tragen, haben auch LuxInnovation und das KAIST (Korea Advanced Institute of Science & Technology) am Abend in Anwesenheit des Erbgroßherzogs, Luxemburgs Wirtschaftsminister und der koreanischen Ministerin für KMU (kleine und mittelständische Unternehmen) und Start-Ups eine Absichtserklärung unterzeichnet. Um das 60-jährige Jubiläum der gemeinsamen diplomatischen Beziehung zu würdigen, sprach bei einem letzten Empfang auch Koreas Außenminister Park Jin zu den Delegationen. Kommendes Jahr wird in Südkorea eine eigene luxemburgische Botschaft eingerichtet. Diese ist bisher unter einem geteilten Dach in Tokio.

Nach einem langen Tag mit jede Menge Business, Händeschütteln und Reden gab es spät am Abend einen letzten Termin – auf dem Fernseher oder der Public-Viewing-Leinwand: Das WM-Spiel Südkorea gegen Ghana, bei dem sich Luxemburgs Gastgeber leider geschlagen geben mussten.

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