Planning familial – Zahl der Abtreibungen ist 2017 gesunken
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Planning familialZahl der Abtreibungen ist 2017 gesunken

LUXEMBURG – Die Organisation «Planning familial» hat laut Jahresbericht im Jahr 2017 weniger Abtreibungen durchgeführt als im Vorjahr.

Ainhoa Achutegui ist Vorsitzende von Planning familial

Ainhoa Achutegui ist Vorsitzende von Planning familial

Editpress/Hervé Montaigu

538 Abtreibungen wurden letztes Jahr von der «Planning familial» durchgeführt. Grundsätzlich machen Abtreibungen aber nur einen kleinen Teil der Arbeit der Organisation aus. Unerwünschte Schwangerschaften stellen nur 1,3 Prozent der Konsultatione dar. Im Vergleich zu 2016 (580) und 2015 (651) ging die Zahl der durchgeführten Schwangerschaftsabbrüche damit deutlich zurück.

Insgesamt haben die Teams von «Planning familial» in Luxemburg, Esch/Alzette und Ettelbrück auf 33.000 Anfragen reagiert und 7800 ärztliche und 4200 psychosoziale und beratende Behandlungen durchgeführt. Die sieben Ärzte betreuten dabei mehr als 2000 Menschen im Alter von 13 bis 80 Jahren. Fast die Hälfte war unter 25 Jahre alt, 73 Prozent waren ledig und 13,5 Prozent in einer prekären Situation.

#MeToo und Tampon-Steuer

Ebenfalls ein großer Themenbereich von «Planning familial» ist die sexuelle und emotionale Erziehung. Obwohl im Mai 2018 eine eigene Niederlassung in der Rue de la Fonderie in Luxemburg eröffnet wurde, war das Team zuvor nicht untätig in dem Bereich. Im Jahr 2017 drehten sich rund zwölf Prozent der Arbeit darum. Die drei zuständigen Mitarbeiter trafen im Laufe des Jahres 4000 Menschen und informierten Schüler an 18 Gymnasien, also rund 2200 Jugendliche aus 331 Klassen.

In ihrem Jahresbericht geht die «Planning familial» auch auf die #MeToo-Bewegung nach der Weinstein-Affäre und auf Gewalt gegen Frauen generell ein. Die Folgen sind so unvorstellbar, dass die Verantwortlichen auch Jahre später noch strafrechtlich verfolgt können werden müssen, so die Organisation. Auch fordert man eine gebührenfreie Nummer für Opfer, eine bessere Aufklärung über Rechte und Gleichberechtigung, sowie bessere sexuelle und emotionale Aufklärung. Außerdem schlägt «Planning familial» eine nationale Kampagne vor, um die Menschen über ihre Rechte im Falle einer Vergewaltigung zu sensibilisieren. Auch die Senkung der Mehrwertsteuer auf Frauenhygieneprodukte und die Erstattung von Verhütungsmittel stehen nach wie vor im Mittelpunkt der Forderungen.

(JW/L'essentiel)

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